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Großbritannien sucht einen Ausweg: Rücktritt von Truss wäre folgerichtig

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Von: Andreas Schwarzkopf

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Die britischen Konservativen haben sich mit ihrer Premierministerin Liz Truss in eine schier unlösbare Situation gebracht. Der Kommentar.

Das selbstverschuldete Drama um die britische Premierministerin Liz Truss ist nicht nur eine persönliche Tragödie für die Regierungschefin ohne Macht, sondern eine Regierungskrise in Großbritannien, für die die britischen Konservativen bislang keinen Ausweg kennen.

Schatzmeister Jeremy Hunt hat seinem Kabinett und den Torys zwar eine Atempause verschafft, in dem er zu Recht die unausgegorenen Steuerpläne seiner Chefin zurückgenommen hat. Gleichzeitig hat er Truss faktisch entmachtet, weil er ihr politisches Konzept beseitigte.

Großbritannien: Liz Truss ist ein Jahr vor erneutem Misstrauensvotum geschützt

Ein Rücktritt der Regierungschefin wäre folgerichtig, Neuwahlen für alle Beteiligten angemessen. Doch dazu wird es nicht kommen. Truss will nicht und ist zunächst ein Jahr vor einem erneuten Misstrauensvotum geschützt. Außerdem würden die Torys die Wahl krachend verlieren und durch ihre Schwäche Labour und dessen Chef Keir Starmer zur Macht verhelfen.

Kater Larry, der „Oberste Mäusejäger des britischen Kabinetts“, findet immer einen Weg.
Kater Larry, der „Oberste Mäusejäger des britischen Kabinetts“, findet immer einen Weg. © Frank Augstein/dpa

Gut möglich also, dass eine Doppelspitze Truss/Hunt künftig die britische Regierung führt. Sie würde zumindest regieren und könnte die Herausforderungen der Energiekrise und die Folgen des Brexit angehen. Wahrscheinlicher ist allerdings ein weiterer Machtkampf innerhalb der britischen Konservativen. Doch dies würde das Land erneut monatelang politisch lähmen.

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