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Großbritannien: Besserung nicht in Sicht

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Von: Peter Rutkowski

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Regierung um Boris Johnson: Niemand geht wegen der Skandale - Ein Kommentar.
Regierung um Boris Johnson: Niemand geht wegen der Skandale - Ein Kommentar. (Archivbild) © Bernat Armangue/dpa

Niemand verlässt die Regierungsmannschaft des britischen Premiers Johnson wegen der unerträglichen Häufung von Skandalen, sondern nur aus Selbsterhaltungstrieb. Der Kommentar.

London - Sie versuchen, die eigene Haut zu retten. Sie versuchen zu retten, was zu retten ist. In der Reihenfolge muss man die derzeitigen Abgänge aus dem Kabinett des Boris Johnson verstehen. Oder anders gesagt: Niemand geht wegen der angeblich unerträglichen Häufung von Skandalen, auch wenn das noch so beflissen empört vorgetragen wird.

Der Hauptcharakterzug der britischen Konservativen des 21. Jahrhunderts? Selbsterhaltungstrieb: Macht Platz für mich, Frauen und Kinder zuletzt. Man kann das erbärmlich finden – völlig zu Recht. Man kann das aber auch als recht clever respektieren. Eben so clever, wie Boris Johnson höchstselbst es jahrelang aller Welt vorgemacht hat.

Johnson vor dem Sturz? Die Partei trägt so oder so Schaden davon

Vielleicht ist es nun wirklich nur noch eine Frage relativ kurzer Zeit, bis die Tory-Hinterbanktruppe ihn stürzt. Das wird jedoch in jedem Fall zu spät kommen: Johnson hat die Partei nachhaltig mit populistischer Beliebigkeit und skrupelloser Selbstsucht infiziert. Heilung? Nicht mehr in diesem Jahrhundert.

Alternativen? Labour ist ein Totalausfall, weil man sich dort weiterhin nur selbst demontiert, die Liberal Democrats sind eine echte Alternative, bleiben aber zu schwach. Irgendein Tory wird also weiterregieren und Großbritannien wird immer mehr ein Schatten seiner selbst. (Peter Rutkowski)

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