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Gemeinsame Sache

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Von: Ruth Herberg

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Teilnehmer eines Demonstrationszuges von Fridays for Future in Kiel, Schleswig-Holstein.
Teilnehmer eines Demonstrationszuges von Fridays for Future in Kiel, Schleswig-Holstein. © Christian Charisius/dpa

Energie- und Klimakrise bedingen sich gegenseitig. In dem Punkt kämpfen „Fridays for Future“ und all jene, die sich ernsthaft um die soziale Gerechtigkeit sorgen, für dieselbe Sache. Der Kommentar.

Natürlich gab es auch vor diesem Klimastreik wieder Vorwürfe gegen die „Fridays for Future“: In Zeiten massiv steigender Kosten für Millionen von Menschen in Deutschland für den Klimaschutz zu demonstrieren,sei realitätsfern, unangemessen und der falsche Zeitpunkt; es gebe jetzt Wichtigeres. Eines ist wirklich realitätsfern und unangemessen: dieser Vorwurf.

Abgesehen von der eurozentristischen Perspektive – für unzählige Menschen weltweit ist die Klimakrise längst bittere Realität – ist die Argumentation auch falsch. Denn es war noch nie so wichtig wie jetzt, für eine klimaneutrale und -gerechte Zukunft auf die Straße zu gehen. Die Kosten für Energie explodieren hierzulande auch deswegen, weil infolge des Kriegs in der Ukraine kein Gas mehr aus Russland kommt. Spätestens jetzt rächt sich, dass Deutschland nicht mehr Tempo gemacht hat beim Ausbau erneuerbarer Energien.

Energie- und Klimakrise bedingen sich gegenseitig. In dem Punkt kämpfen „Fridays for Future“ und all jene, die sich ernsthaft um die soziale Gerechtigkeit sorgen, für dieselbe Sache. Wenn sie sich zusammenschließen, kann daraus ein Protest erwachsen, der ungekannte Wucht entfaltet – weil Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit nicht mehr gegeneinander ausgespielt werden können.

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