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Gegen Zerstörung

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Von: Joachim Frank

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Die Bischöfe müssen bei den Vorschlägen für den Synodalen Weg zeigen, dass sie es enst meinen, sonst ist die oft bekundete Erschütterung über den Missbrauchsskandal nur Rhetorik

Man könnte es einen Konstruktionsfehler nennen: Auf dem „Synodalen Weg“, dem Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland, braucht jeder Beschluss nicht nur die Zwei-Drittel-Mehrheit der rund 230 Synodenteilnehmenden, sondern auch eine gleich hohe Zustimmung der knapp 70 Bischöfe. Diese Vorgabe ist kein Versehen, sie hat System – und sie spiegelt die Realitäten wider. Die katholische Kirche ist eine Zweiklassengesellschaft, in der die Hierarchie bislang stets die „Letztverantwortung“ für sich beansprucht.

Solange sich daran in der Kirchenverfassung nichts ändert, hängen die meisten Reformbestrebungen am Goodwill der Bischöfe. Überdies stehen Vorstöße etwa zur Aufhebung des Pflichtzölibats oder zur Zulassung von Frauen zu den geistlichen Ämtern unter römischem Vorbehalt.

Der „Synodale Weg“ ist angetreten, einen im System angelegten Machtmissbrauch aufgrund fehlender Kontrolle, Transparenz und Gewaltenteilung zu bekämpfen und menschenfeindliche Haltungen preiszugeben. Dazu liegen Vorschläge vor. Hier müssen die Bischöfe zeigen, dass sie es ernst meinen. Sonst ist die oft bekundete Erschütterung der Bischöfe über den Missbrauchsskandal nichts mehr als Rhetorik – und ein weiterer Beitrag zur Selbstzerstörung der Kirche. Bericht S. 5

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