Bewaffnete Drohnen – hier der US Air Force – sind der Einstieg in eine Technologie, in der am Ende Maschinen über Leben und Tod entscheiden.
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Bewaffnete Drohnen – hier vom Typ MQ-9A Reaper der U.S. Air Force im Irak – sind der Einstieg in eine Technologie, in der am Ende Maschinen über Leben und Tod entscheiden.

Kommentar

Bewaffnete Drohnen: Gefährlicher Sog

  • Karin Dalka
    vonKarin Dalka
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Noch kann die SPD Nein sagen bei bewaffneten Drohnen und ein wichtiges friedenspolitisches Zeichen setzen. Der Kommentar.

Nicht nur die Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) befürwortet bewaffnete Drohnen für die Bundeswehr. Auch die SPD-Fraktion im Bundestag gibt ihren Widerstand offenbar auf. Das ist verständlich. Schließlich mag sich niemand vorwerfen lassen, das Leben von deutschen Soldatinnen und Soldaten in Auslandseinsätzen nicht ausreichend zu schützen. Gleichwohl ist es falsch.

Bewaffnete Drohnen sind der Einstieg in eine Technologie, in der am Ende Maschinen über Leben und Tod entscheiden. Und schon jetzt senken sie die Schwelle zur Kriegsführung: Die Bereitschaft sinkt, Konflikte friedlich zu lösen. Das zeigt sich an der Türkei. An vielen Konfliktherden setzt die Regierung Erdogan ihre Drohnenflotte ein, um ihren Anspruch als Regionalmacht durchzusetzen. Im Nordirak, in Syrien, in Libyen und jetzt auch in den Kämpfen um Berg-Karabach.

Noch ist die Entscheidung im Bundestag nicht gefallen. Noch kann die SPD Nein sagen und ein wichtiges friedenspolitisches Zeichen setzen: Deutschland widersteht dem gefährlichen Sog einer weltweiten Rüstungsspirale. Es geht um nichts weniger.

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