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Fußball-WM in Katar: Verstimmung? Ja, bitte!

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Von: Jana Ballweber

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Bundesinnenministerin Nancy Faeser wird am Flughafen von Doha empfangen. Faeser reist in ihrer Funktion als Sportministerin im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft in das Gastgeberland Katar. Im Mittelpunkt der Reise stehen die Menschenrechtsfragen, die rund um das Turnier diskutiert werden.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser wird am Flughafen von Doha empfangen. Faeser reist in ihrer Funktion als Sportministerin im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft in das Gastgeberland Katar. Im Mittelpunkt der Reise stehen die Menschenrechtsfragen, die rund um das Turnier diskutiert werden. © Britta Pedersen/dpa

Dass Faeser in Sachen Menschenrechte in Katar auf Konfrontationskurs geht, ist richtig. Wirklich nachhaltig ist sie nur, wenn der politische Druck auch nach der WM hoch bleibt.

Kurz vor dem Start der Fußball-WM hält sich die Euphorie bei vielen doch noch sehr in Grenzen. Der Grund: Unbeschwertes Fußballvergnügen dürfte nicht drin sein. Zu problematisch präsentiert sich die Gastgebernation mit toten Wanderarbeitern, mit ihrer Queerfeindlichkeit und Autokratie.

Dass Faeser in Sachen Menschenrechte auf Konfrontationskurs geht, ist richtig. Dass sie es im Vorfeld der WM tut, auch – allen Forderungen zum Trotz, die Gastgeber nicht zu verstimmen, derartige Gespräche doch bitte auf die Zeit danach zu verschieben und dem Fußball nicht das Rampenlicht zu stehlen.

Diese Forderungen schützen den Sport nicht. Im Gegenteil: Sie widersprechen allem, wofür der Fußball stehen sollte: Weltoffenheit, Vielfalt, Grenzenlosigkeit. Sie widersprechen dem, wofür der Fußball stehen könnte, wenn nicht gierige Funktionäre diese Werte, die sie für die Marketingkampagnen ihrer Verbände immer gerne nutzen, an den Höchstbietenden verscherbeln würden.

So richtig Faesers Initiative ist: Wirklich nachhaltig ist sie nur, wenn der politische Druck auch hoch bleibt, wenn die Scheinwerfer der interessierten Weltöffentlichkeit zur nächsten Autokratie weitergeschwenkt sind, die ihr Image mit einem sportlichen Großereignis aufhübschen will.

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