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Früher in Rente? Faesers Idee ist erst einmal nur originell

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Von: Ursula Rüssmann

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Nancy Faeser will freiwilliges Engagement aufwerten - doch besser als Rentenanreize für Einzelne wäre es, endlich ein wirksames Demokratiefördergesetz zu beschließen.

Ein Jahr früher in Rente gehen dürfen, wenn man sich jahrelang ehrenamtlich engagiert hat? Nancy Faesers Idee zur Aufwertung freiwilligen Engagements ist immerhin originell – ob und wie sie umsetzbar ist, ist aber vorerst offen. Vor allem fragt man sich: Wer bestimmt, welcher Einsatz so verdienstvoll ist, dass er Rentenvorteile bringen darf? Faeser nennt Feuerwehr und Rettungsdienste – warum nicht auch Jugendarbeit, Besuchsdienste in Palliativstationen, die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer? Eine offene Gesellschaft mit menschlichem Antlitz braucht sie alle und sollte auch alle wertschätzen.

Ratsamer als eine ganz neue Anreizstruktur wäre es, die schon vorhandenen Instrumente endlich bekannter zu machen – etwa, dass es eine steuerfreie Ehrenamtspauschale gibt sowie vielfältige Vergünstigungen, die Kommunen und Kreise Ehrenamtlichen gewähren. Auch brauchen viele Vereine, die oft verzweifelt Engagierte suchen, dringend Unterstützung beim Aufbau eines zeitgemäßen Freiwilligenmanagements. Und vor allem wartet die Zivilgesellschaft mehr als gespannt auf das von Faeser für dieses Jahr zugesagte Demokratiefördergesetz – und darauf, dass es, wie versprochen, das breite Engagement von Organisationen und Initiativen gegen Extremismus und für Demokratie wirklich dauerhaft absichert und finanziell stärkt.

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