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Friedensnobelpreis 2021: Journalismus im Widerstand

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Von: Bascha Mika

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Für die Autokraten Putin und Duterte ist die Vergabe des Friedensnobelpreises 2021 eine offene Demütigung. Ein Kommentar.

Frankfurt - Sie werden wütend gewesen sein im Kreml, dem Amtssitz des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Ebenso wütend wie im Palast des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte. Für beide Autokraten ist die Vergabe des diesjährigen Friedensnobelpreises eine offene Demütigung. Denn ausgezeichnet werden Dmitri Muratow und Maria Ressa. Zwei Journalist:innen, die laut und vernehmlich für Pressefreiheit kämpfen, die Unterdrückungsregime in ihren Ländern anprangern und dafür Leib und Leben riskieren. Unerschrocken, seit vielen Jahren.

Russland: Platz 150. Philippinen: Platz 138. Insgesamt 180 Positionen hat das Ranking der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen, Russland und die Philippinen rangieren ganz weit hinten. Ein Spiegel der Verhältnisse insgesamt. Demokratie und Freiheitsrechte vegetieren in diesen Ländern auf dem untersten Level.

Dmitri Muratow trifft sich am 8. Oktober 2021 mit Reportern vor dem Büro der Zeitung in Moskau.
Dmitri Muratow ist Chefredakteur von Novaja Gaseta. © NATALIA KOLESNIKOVA/afp

Friedensnobelpreis 2021: Nobelkomitee setzt großartiges Signal

Dagegen setzt das Nobelkomitee mit der weltweit wichtigsten politischen Auszeichnung ein großartiges Signal. Und macht deutlich: Hier geht es nicht nur um Journalismus. Es geht um Meinungs- und Pressefreiheit als unverzichtbare Lebensmittel der Demokratie. Als notwendige Voraussetzungen, wichtige Bestandteile und unverzichtbare Garanten einer menschenwürdigen Ordnung. Und einem Leben in Frieden. „Freier, unabhängiger und faktenbasierter Journalismus dient dem Schutz vor Machtmissbrauch, Lügen und Kriegspropaganda“, so Berit Reiss-Andersen, die Vorsitzende des Nobelkomitees.

Stoisch, als wäre nicht sie mit der Missstandsbeschreibung gemeint, hat die russische Regierung Dmitri Muratow zu seinem Preis gratuliert. Eine Geste, die an Zynismus kaum zu überbieten ist. Seit Jahren wird Muratow und seine Zeitung Novaja Gaseta vom russischen Regime drangsaliert - so wie alle Putin-kritischen Journalist:innen im Land. Allein bei der Novaja Gaseta kamen in den vergangenen Jahren fünf Redaktionsmitglieder ums Leben. Auch die vor 15 Jahren ermordete Journalistin Anna Politkowskaja schrieb für die Zeitung.

Maria Ressa posiert während eines Online-Interviews in ihrem Haus in Manila.
Maria Ressa ist Chefredakteurin des Online-Nachrichtenportals Rappler. © Rappler/afp

Friedensnobelpreis 2021: Nobelkomitee setzt großartiges Signal

Ob auch Rodrigo Duterte der Preisträgerin seines Landes gratuliert hat, ist nicht bekannt. Schließlich stehen der philippinische Präsident und seine mörderische Anti-Drogen-Kampagne im Mittelpunkt der Kritik des Onlineportals Rappler, das die Journalistin Maria Ressa gegründet hat. Vehement schreibt sie gegen Machtmissbrauch, Autoritarismus und Gewalt in ihrem Land an.

Dmitri Muratow und Maria Ressa sind Symbole eines Journalismus im Widerstand. Weltweit werden Journalist:innen verfolgt und mundtot gemacht, mit Folter und Kerker bedroht, ermordet und totgeschlagen. Der diesjährige Nobelpreis ehrt alle, die ihren Kampf für Meinungs- und Pressefreiheit – für die Demokratie! - nicht aufgeben. (Bascha Mika)

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