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Frauenquote in Aufsichtsräten: Zu spät, zu verwässert

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Von: Bascha Mika

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So viele junge Frauen starten im Jahr 2009 engagiert ins Studium an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt an der Oder. Doch wie viele von ihnen landeten am Ende auf Führungspositionen oder gar in Vorständen und Aufsichtsräten? (Archivbild)
So viele junge Frauen starten im Jahr 2009 engagiert ins Studium an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt an der Oder. Doch wie viele von ihnen landeten am Ende auf Führungspositionen oder gar in Vorständen und Aufsichtsräten? (Archivbild) © Patrick Pleul/dpa

Zehn lange Jahre hat die EU gebraucht, um eine 40-Prozent-Quote für Aufsichtsräte festzulegen. Die Quote kommt zu spät und sie ist zu niedrig. Der Kommentar.

Wie sang die Band Fehlfarben einst so schön: „Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!“ Das klingt doch gut, oder? Klingt nach einer Politik, die zupackt und Probleme schnell löst. Doch sobald es die Gleichstellung von Frauen betrifft, geht die Geschichte voran wie eine halbtote Schnecke – Bewegung gerade noch sichtbar.

Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: Zehn lange Jahre hat die EU gebraucht, um eine 40-Prozent-Quote für Aufsichtsräte festzulegen. Respektive 33 Prozent für Vorstand und Aufsichtsrat. Bereits 2012 – als die Europäische Kommission einen entsprechenden Vorschlag machte und Angela Merkel ihn torpedierte – war diese Quote lächerlich. Inzwischen ist sie ein Treppenwitz der Geschichte. Zu spät, zu gering, zu verwässert.

Und noch einen weiteren Witz hält die Richtlinie parat. Da heißt es, dass sich die Vorgaben auf das „unterrepräsentierte Geschlecht“ beziehen. Sprich: Bei zu wenig Männern in der Unternehmensführung gilt auch für sie die Quote. Scheint tatsächlich wunderbar... Doch wie viele Generationen hochqualifizierter Frauen wird es wohl dahingerafft haben, bevor dieser Fall eintritt?

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