Teilnehmer einer Kundgebung versammeln sich anlässlich des Urteils im NSU-Prozess. Einer Hält ein Schild hoch mit den Worten: „ Der NSU war nicht zu dritt!“
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Das rechte Droh- und Terrornetz reicht weit über Hessen hinaus ins ganze Land.

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Nazi-Bedrohung in Deutschland: Wie der Rechte Terror bekämpft werden muss

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Die Ermittler werden das rechtsextreme Netz nur erfolgreich zerschlagen, wenn sie über ihre Ländergrenzen hinaus schauen und mit den Kollegen eng kooperieren. Ein Kommentar.

Hessen steht im Brennpunkt im Fall der unverhohlen nationalsozialistischen Bedrohungen mit dem Kürzel „NSU 2.0“. „Was ist in Hessen los?“, muss man auch fragen, da die schlimmsten rechtsextremen Terrortaten in Hessen begangen wurden.

Das darf aber nicht die einzige Frage bleiben. Das rechte Droh- und Terrornetz reicht weit über Hessen hinaus ins ganze Land.

Parallelen zum „NSU 2.0“: In Berlin soll ein Nazi hundert Drohschreiben unter ähnlichem Kürzel verschickt haben

Die rechtsextreme Szene ist seit vielen Jahren bestens vernetzt zwischen Nordhessen, Thüringen und dem Ruhrgebiet. Die Drohserie wiederum weist klare Bezüge nach Berlin auf. Dort steht ein Nazi vor Gericht, der mehr als hundert Drohschreiben mit dem Kürzel „Nationalsozialistische Offensive“ verschickt haben soll. Die Parallelen zum „NSU 2.0“ liegen auf der Hand, zumal das Berliner Gericht zum Prozessauftakt wegen einer Drohung des „NSU 2.0“ geräumt werden musste.

Die Ermittler werden das Netz nur erfolgreich zerschlagen, wenn sie über ihre Ländergrenzen hinaus schauen, die Querverbindungen zwischen den Fällen erkennen und mit den Kollegen eng kooperieren. Das muss der Frankfurter Staatsanwaltschaft gelingen – oder es führt kein Weg daran vorbei, dass der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernimmt.

Nach den Versäumnissen im „NSU 2.0“-Skandal von Peter Beuth hätte Ministerpräsident Volker Bouffier guten Grund, seinen Innenminister zu entlassen.

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