Der Trend geht seit Jahren in die falsche Richtung.
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Der Trend geht seit Jahren in die falsche Richtung.

Kommentar

Flut eindämmen

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Politik und Unternehmen sowie Verbraucherinnen und Verbraucher müssen noch viel mehr tun, um weniger Plastikmüll zu erzeugen. Der Kommentar.

Ex-und-hopp boomt. Rund 227,5 Kilogramm Verpackungsmüll pro Kopf und Jahr – einen neuen Rekord für uns im Selbstbild so umweltbewusste Deutsche meldet das Umweltbundesamt. Und das ist die Bilanz für 2018, als von Corona noch keine Rede war. Die Pandemie, die sich als Booster für Verpackungen erweist. Essen to Go, Online-Bestellungen, alles gut eingepackt – wer das bisher mied, ist 2020 garantiert auch dabei.

Die Zahlen sind, auch ohne den Corona-Effekt, schon alarmierend genug. Der Trend geht seit Jahren in die falsche Richtung. Seit 2010 hat die Pro-Kopf Menge um 18 Prozent zugenommen, und bei den Plastikverpackungen landet über die Hälfte immer noch in der Verbrennung.

Die Verbraucher sind gefragt, die Flut mit einzudämmen. Viele tun das schon. Doch die Hauptverantwortung für Abfallvermeidung und recyclingfreundliches Verpackungsdesign liegt bei den Herstellern. Die Politik muss sie stärker in die Pflicht nehmen, etwa, wenn Deutschland ab 2021 rund 1,4 Milliarden Euro EU-Plastikabgabe für nicht recycelten Plastikmüll zahlen muss.

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