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Weniger Flugreisen: Wir sind alle gefragt

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Von: Fabian Scheuermann

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Wenn es in jedem Freundeskreis ein paar Menschen gibt, die nicht mehr für ein paar Tage Dolce Vita nach Bologna jetten, sondern den Zug nehmen, dann würden mehr Leute anfangen, über ihren Lebensstil nachzudenken.
Wenn es in jedem Freundeskreis ein paar Menschen gibt, die nicht mehr für ein paar Tage Dolce Vita nach Italien jetten, sondern den Zug nehmen, dann würden mehr Leute anfangen, über ihren Lebensstil nachzudenken. © Soeren Stache/dpa

Individuelle Verhaltensänderung habe keinen Effekt, heißt es oft. Mit dem Argument hat man flugs jede Verantwortung von sich gewiesen. Dabei könnte das eigene gute Beispiel weitere nach sich ziehen. Der Kommentar.

Keine Politikerin und kein Politiker sollte sich dafür schämen müssen, dienstlich wichtige Flugreisen in Anspruch zu nehmen – an Orte, wohin man anders kaum gelangt. Etwa nach Scharm el Scheich. Gleiches gilt für den Besuch der Oma in der Türkei. Manches ist politisch und zwischenmenschlich einfach zu wichtig, als dass man es in einer Videoschalte abfrühstücken könnte. Aber eine Strecke von knapp 250 Kilometern innerhalb Dänemarks zu fliegen? Das steht einer Politikerin, zumal einer Grünen, nicht gut – und wird zu Recht kritisiert.

Wo wir beim Thema Flugscham wären, also jenem mulmigen Gefühl, das bei manchen mittlerweile eintritt, wenn sie eine Strecke mit dem Flieger zurücklegen, die auch anders okay zu bewältigen wäre. Individuelle Verhaltensänderung habe keinen Effekt, heißt es oft. Mit dem Argument hat man flugs jede Verantwortung von sich gewiesen. Aber: Wenn es in jedem Freundeskreis auf einmal ein paar Menschen gibt, die nicht mehr für ein paar Tage Dolce Vita nach Italien jetten – sondern eine Zugreise dorthin in Kauf nehmen –, dann werden weitere Leute anfangen, über ihren Lebensstil nachzudenken. Hier sind wir alle gefragt.

Zum Bericht.

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