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Flucht: Eine Koalition der Willigen in Europa? Unbedingt!

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Von: Fabian Scheuermann

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Reguläre Fluchtwege gibt es nicht, deshalb versuchen die Menschen es über das Meer. Hier kommt ein Boot auf Fuerteventura an. Tausende ertrinken jedes Jahr bei dem Versuch, über das Meer nach Europa zu kommen.
Reguläre Fluchtwege gibt es nicht, deshalb versuchen die Menschen es über das Meer. Hier kommt ein Boot auf Fuerteventura an. Tausende ertrinken jedes Jahr bei dem Versuch, über das Meer nach Europa zu kommen. © dpa

Wer etwas auf Menschenrechte hält, darf Menschen an den EU-Außengrenzen nicht länger erfrieren und ertrinken lassen. Eine Koalition der Willigen unter deutscher Führung tut not. Der Kommentar.

Frankreichs Präsident schlägt einen „Schengen-Rat“ vor, in dem sich die 26 Schengen-Staaten regelmäßig austauschen, etwa zu Entwicklungen an den Außengrenzen. Mehr miteinander reden: Das klingt in Zeiten einer chronisch zerstrittenen EU erst einmal gut. Doch sind die Vorstellungen der Mitgliedstaaten bei den Themen Migration, Flucht und Asyl zu unterschiedlich, als dass sie in einem solchen Format zielführend besprochen werden könnten.

Gibt man noch etwas auf die Werte, die viele mit der EU verbinden – Stichwort Menschenrechte –, hilft nur eines: Die Bildung einer Koalition der Willigen, wie sie auch Innenministerin Nancy Faeser (SPD) fordert. Eine Koalition, angeführt von Deutschland, die notleidenden Menschen vor den Toren Europas hilft – und sie dort nicht ertrinken oder erfrieren lässt.

Das mag im Europa des Jahres 2022 utopisch klingen. Doch sind die „Unwilligen“ in der Minderheit: Jene 16 EU-Staaten, die im Januar mehr Grenzbefestigungen gefordert haben, machen nur ein Viertel der EU-Bevölkerung aus. Sich auf dem Rücken der Ärmsten weiter nach ihnen zu richten – das ist nicht richtig.

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