Kommentar

Fixiert auf den Impfstoff

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Wir werden wohl noch längere Zeit mit Corona leben müssen – möglicherweise auch dann noch, wenn ein Vakzin zugelassen ist. Ein Kommentar.

Mit einem Corona-Impfstoff für viele sei nicht vor Mitte 2021 zu rechnen, sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Eineinhalb Jahre, nachdem das Virus entdeckt wurde – das wäre immer noch extrem früh. Man hat den Eindruck, dass die öffentliche Aufmerksamkeit sich fixiert hat auf diese Impfung.

Alle Welt scheint zu warten auf jenen Moment, der Erlösung und das Ende der ungeliebten Regeln verheißt. Verständlich. Doch es ist nicht sicher, dass der Zeitpunkt zu halten ist und auch nicht, wie gut künftige Impfstoffe – Experten rechnen mit mehreren Zulassungen – schützen, wie verträglich sie sind und wie viele Menschen geimpft werden können.

Masken und Abstandsregeln dürften deshalb erst einmal Alltagsbegleiter bleiben. Auch muss damit gerechnet werden, dass in den kalten Monaten die Zahl der Infektionen erneut steigt und hier und da wieder stärkere Einschränkungen nötig sind; nicht mehr in Form eines Lockdowns, man hat ja dazugelernt, sondern punktuell. Wir werden wohl noch längere Zeit mit Corona leben müssen – möglicherweise auch dann noch, wenn ein Impfstoff zugelassen ist.

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