Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Mark Zuckerberg.
+
Mark Zuckerberg geht rücksichtlos vor..

Kommentar

Beweis erbracht: Facebook und Instagram machen den Menschen zur Ware

  • Thomas Kaspar
    VonThomas Kaspar
    schließen

Algorithmen in der jetzigen Form zerstören Vielfalt. Die Politik muss endlich für soziale Netzwerke wie Facebook und Instagram einen Ordnungsrahmen schaffen. Der Kommentar.

Frankfurt - Der Befund ist längst bekannt: Facebook ist ein Wirtschaftsunternehmen, dessen einziger Zweck es ist, Geld mit der Aufmerksamkeit der Nutzung seiner sozialen Netzwerke und Nachrichtendienste zu verdienen. Die Aussagen der Whistleblowerin Frances Haugen belegen aber eindeutig, wie rücksichtslos und vorsätzlich Gründer Mark Zuckerberg dabei vorgeht.

Die eigene Facebook-Forschung hat nachgewiesen, dass der auf Instagram kultivierte Schönheitswahn zu Essstörungen und mentalen Problemen bei jungen Mädchen führt. Eigentlich hat Facebook eine Altersgrenze von 13 Jahren als Schutzhürde bei der Anmeldung. Es wäre ein Leichtes, diese Zugangshürde zu kontrollieren, was der Konzern bewusst ignoriert. Noch schlimmer ist, dass Zuckerberg seine eigene Studie nicht nur ignoriert, sondern lächelnd das Gegenteil behauptet.

Facebook, Instagram und Twitter: Soziale Netzwerke und die politische Meinungsmacht

Facebook, Instagram und Twitter ziehen sich darauf zurück, dass sie Intermediäre seien, also nur Mittler, aber nicht selbst Information. Die strengen Regelungen für Medien greifen deswegen nicht für Plattformen. Die Forschung zeigt aber, wie fundamental soziale Netzwerke längst selbst zur politischen Meinungsmacht geworden sind. Dem Vielfaltsbericht der Landesmedienanstalten etwa ist zu entnehmen, das knapp die Hälfte der deutschen Bevölkerung über 14 Jahre inzwischen am häufigsten politische Meinungsäußerungen in sozialen Netzwerken wahrnehmen. Etwa zwei Drittel haben dabei das Gefühl, dass die politischen Botschaften sehr einseitig und nicht vertrauenswürdig sind.

Wie systematisch der kommerzielle Prozess dahinter ist, zeigen die Aussagen der Insiderin Frances Haugen nun wieder einmal. Algorithmisch selektierte, personalisierte Inhalte ohne journalistische Standards und ohne Kontrolle machen den Menschen zur Ware, dessen Daten verkauft werden. Desinformation sind Tor und Tür geöffnet, solange nur die Nutzer:innen die Seite nicht verlassen. Die angezeigten Inhalte sind auf Erregung optimiert, zur Informationsfreiheit oder humanen Entwicklung tragen sie wenig bei.

Facebook und Co. – Algorithmen in der jetzigen Form zerstören Vielfalt

Es ist zu einfach, die Verantwortung für eine Lösung auf die Nutzenden abzuwälzen. Hier muss Politik den Ordnungsrahmen schaffen. Es fängt damit an, ähnlich wie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch im Internet Altersgrenzen durchzusetzen und hört bei Strafen gegen den Verbreiter von Straftaten auf.

Eine Diskussion muss die Gesellschaft aber endlich führen: Wie irre sind wir, einem Unternehmen alle Rechte an unseren Daten abzutreten? Wie absurd ist es zuzulassen, dass jeder Schritt überwacht wird? Es ändert nicht nur unser Verhalten, wenn wir wissen, dass wir überwacht werden. Die manipulierte Kommunikation ändert auch unsere Einstellungen zu uns selbst, unserer Umgebung, unsere Ansichten und Einsichten der Welt. Und genau diese Einstellung müssen wir jetzt und als erstes ändern. Algorithmen in der jetzigen Form zerstören Vielfalt – da ist Facebook nur das sichtbarste Beispiel. (Thomas Kaspar)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare