Diagnostik

Etwas mehr Klarheit

  • Sabine Hamacher
    vonSabine Hamacher
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Das Bundesverwaltungsgericht pocht bei der Präimplantationsdiagnostik auf die Prüfung von Einzelfällen und sorgt so für mehr Rechtssicherheit.

Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Urteil zur Präimplantationsdiagnostik konkretisiert, unter welchen Bedingungen künstlich befruchtete Embryonen auf Erbkrankheiten untersucht werden dürfen. Das ist gut so. Warum, zeigt der konkrete Fall: Die Myotone Dystrophie Typ 1 ist eine schwere Erbkrankheit. Wer sie hat, leidet oft schon als junger Mensch an Muskelschwäche und wird nach und nach bewegungsunfähig. Handelt es sich also eine schwerwiegende Krankheit?

Eine Ethikkommission in Bayern sah das nicht so. Einer Frau, deren Partner daran leidet, erlaubte sie nicht, mittels PID herauszufinden, ob ihr Nachwuchs ebenfalls erkranken könnte – die Wahrscheinlichkeit liegt bei 50 Prozent. Gerichte in Bayern stützten die Kommission: Eine PID dürfe nur bei einer Erbkrankheit vorgenommen werden, die in frühen Jahren zum Tod führe. Doch das BVG in Leipzig urteilte, es müsse immer der Einzelfall geprüft werden. Die Ethikkommission könne nicht eine bestimmte Form von Erkrankung zum Maßstab machen. Ihre Entscheidung müsse im Zweifel gerichtlich überprüft werden können.

Der PID sind in Deutschland sehr enge Grenzen gesetzt. Auch das ist gut so. Das Leipziger Urteil sorgt jetzt auch für mehr Rechtssicherheit.

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