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Es gibt viel zu ändern

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Von: Thoralf Cleven

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Gegen Steuervermeidung muss vorgegangen werden, obwohl die Pandora Papers offenbaren, dass zu viele zu gut am Vermögensverschleierungssystem verdienen

Als im April 2016 die Panama Papers enthüllten, wie dreist sich Superreiche, aber auch Staats- und Regierungschefs mithilfe von Offshore-Firmen die Taschen vollschlugen, war die Empörung groß. Die Konsequenzen fielen dagegen weitaus geringer aus. In Deutschland konnten bis 2021 wegen der Veröffentlichung der Panama Papers ungefähr 60 Millionen Euro dem Fiskus zugeführt werden. Es sind Peanuts.

Die Steuervermeidung über Briefkastenfirmen ist ein Milliarden-Geschäft – und sie wird es wohl bleiben. Die OECD schätzt, dass ungefähr elf Billionen Dollar weltweit zur Steuervermeidung in Briefkastenfirmen geparkt sind, andere Schätzungen gehen vom Dreifachen aus. Geld, für das eigentlich Steuern an den Staat für solche Dinge wie Pandemiebekämpfung, Klimaschutz, Digitalisierung oder Infrastruktur abgeführt werden müssten.

Die neuen Pandora Papers offenbaren, dass zu viele zu gut am Vermögensverschleierungssystem verdienen, um es konsequent auszuschalten. Letztlich sind gewählte Politiker, die öffentlich fordern, die entfesselte Milliardenmaschinerie zu zügeln, selbst unter den Profiteuren dieser geheimen Transfers. Warum sollten die nach den überschaubaren Konsequenzen aus den Panama Papers jetzt etwas daran ändern wollen? Berichte S. 2/3

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