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Landwirtschaft: Es geht grüner

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Von: Joachim Wille

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Agrarminister Cem Özdemir will, dass die Haltung von Schweinen, Rindern und Geflügel verbessert wird.
Agrarminister Cem Özdemir will, dass die Haltung von Schweinen, Rindern und Geflügel verbessert wird. © Fabian Sommer/dpa

Es ist gut, wenn die Grüne Woche keine Jubelleistungsschau für Essen und Trinken ist, sondern über mehr Tierwohl und den Vorstoß von Agrarminister Cem Özdemir diskutiert wird. Ein Kommentar.

Nach zweijähriger Corona-Pause wollte der deutsche Nährstand mit seiner Grünen Woche wieder in die Vollen gehen. Doch statt der ungetrübten Jubelleistungsschau für Essen und Trinken bestimmt die Debatte über mehr Tierwohl den Beginn der Ausstellung in Berlin. Essen soll nicht nur gut schmecken, es muss auch moralisch vertretbar sein, es zu schlucken.

Angestoßen hat die Debatte Agrarminister Cem Özdemir von den Grünen. Er will, dass die Haltung von Schweinen, Rindern und Geflügel verbessert wird, unter anderem mit mehr Platz im Stall. Die Verbrauchenden sollen das an einem Label, das anderes als bisher, verpflichtend gemacht wird, erkennen können. Was bei Eiern seit langem selbstverständlich ist, hat bei den Fleischproduzenten und ihrer Lobby einen wahren Proteststurm ausgelöst.

Özdemirs Plan hat Schwächen. Vor allem ist er komplett unterfinanziert, weil sein FDP-Kollege Christian Linder nur eine Milliarde Euro für den Umbau der Ställe für die nächsten Jahre herausrücken will. Das ist zu wenig. Özdemir muss mehr durchsetzen, sonst fährt sein Plan vor die Wand. Das wäre fatal. Das alte „Masse-statt-Klasse“-Essen hat ausgedient, wie der sinkende Fleischkonsum hierzulande zeigt. Ökonomisch überleben werden die Tierhalter, die das begriffen haben.

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