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Erzbischof auf Abruf

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Von: Joachim Frank

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Kardinal Woelkis Rückkehr nach Köln ist ein Akt willkommener Fremdbestimmung

Von einem reifen, modernen und demokratisch informierten Umgang mit Führung ist die katholische Kirche im 21. Jahrhundert immer noch erschreckend weit entfernt. Selbst ein so hochrangiger Funktionsträger wie der Kölner Kardinal Rainer Woelki kann nicht aus eigener Einsicht entscheiden, ob er auf sein Amt verzichtet und den Weg für einen Neuanfang frei macht.

Er muss sich und sein Schicksal stattdessen in die Hand des Heiligen Vaters legen. Das hat etwas Kindisches. Verantwortung lässt sich nicht delegieren. Und selbst der Papst kann niemanden zwingen weiterzumachen. Woelkis Rückkehr ist somit ein Akt willkommener Fremdbestimmung: „Ich wär ja gegangen, aber Papa hat’s mir nicht erlaubt.“

Nach Woelkis Wille sollen sie ihm eine zweite Chance geben. Nur: Zu bestimmen haben sie am Ende nichts. Das ist Kuschelkompetenz, keine echte Beteiligung. Die Zumutung liegt im Appell an die Versöhnungsbereitschaft der Gläubigen. Ihr müsste die Bereitschaft des Kardinals zu Veränderungen entsprechen, die sich im Führungsstil, aber auch in konkreten Reformen niederschlägt. Da ist Woelki in der Bringschuld als Erzbischof auf Abruf. Bericht S. 7

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