Brexit

England in Seenot

  • Peter Rutkowski
    vonPeter Rutkowski
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Was London jetzt im Streit mit der EU abliefert, bedeutet nichts weniger als die Vernichtung einer beeindruckenden Kulturnation. Der Kommentar.

England darf sich rühmen, in der Menscheitsgeschichte aus so manchem das Beste herausgeholt zu haben. Siehe den barocken Hallenser Georg Friedrich Händel und seine „Wassermusik“ oder die „Music for the Royal Fireworks“. Nach diesem Freitag ist am Himmel über England Schluss mit lustig, Schluss mit Feuerwerk, und das Wasser graben sich Englands Politiker auch noch selber ab. Vielleicht zu apokalyptischen Klängen aus Wagners Feder.

Denn nicht weniger als den Untergang einer der beeindruckendsten Kulturnationen der Welt besiegelt der jüngste Versuch von Premierminister Boris Johnson vom Freitag, Europa dreist zu erpressen. Klar, die EU wird weiter einen Türspalt für reuige Brexiteers offen halten. Aber was wird da vor dem 31. Dezember 2020 noch durchschlüpfen können? Ein drittklassiger „failed state“, besoffen von der selbst imaginierten Weltgeltung.

Aber eigentlich war seit 2016 klar: Was die Deutschen in zwei Weltkriegen Gott sei Dank nicht mal ansatzweise vermochten, schafft nun ein einsamer Polit-Popanz: die Vernichtung Englands.

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