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Wahlen in der Türkei: Opposition geschwächt

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Von: Yağmur Ekim Çay

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Recep Tayyip Erdogan
Recep Tayyip Erdogan will den Termin für die vorgezogenen Wahlen im Alleingang durchsetzen © Christoph Soeder/dpa

Der türkische Präsident zieht alle Register und geht dennoch angeschlagen in den Wahlkampf. Ein Kommentar.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan steht unter Druck wie nie zuvor. Er weiß, dass er alles geben muss, um die anstehende Wahl gewinnen zu können. Mit einem Streit mit der Nato über die Norderweiterung will er nun sein Bild als „starker Leader“ in der Türkei verstärken und von den bestehenden Problemen ablenken – eine für ihn bisher gut funktionierende Strategie.

Doch so einfach ist es nicht, denn es herrscht Rekordinflation. Armut und Arbeitslosigkeit lassen sich nicht mehr mit Übergangslösungen wie Gehaltserhöhungen für Geringverdienende bewältigen. Seine Umfragewerte sinken, selbst seine Basis steht nicht mehr hinter ihm. Ein Sieg für die Opposition scheint möglich.

Dennoch nutzt die Opposition diese Chance nicht. Sie ist geschwächt und gespalten. Der CHP-Vorsitzende Kemal Kilicdaroglu will mit den Rechten zusammenarbeiten und kehrt den Linken den Rücken. Um Erdogan etwas entgegensetzen zu können, muss die Opposition den Wahlkampf aufnehmen und geeinter auftreten. Andernfalls stehen der Türkei weitere lange Jahre mit Erdogan bevor.

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