Bevölkerungsentwicklung

Migration verändert die deutsche Gesellschaft – zum Besseren

  • Ursula Rüssmann
    vonUrsula Rüssmann
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Ein Viertel der Menschen hierzulande hat eine Migrationsgeschichte, mit der sie das Leben hierzulande bereichert haben. Der Kommentar.

Es läuft und es läuft gut. Ein Viertel der Menschen hierzulande hat eine Migrationsgeschichte, es werden mehr und immer mehr von ihnen sind hier geboren. Das heißt in erster Linie, jenseits der nötigen Wahrnehmung wachsender rechtsextremer Gefahren und anhaltender Benachteiligungen vieler Zugewanderter: Unsere Gesellschaft wird reicher. Reicher an vielfältigen kulturellen Erfahrungen, die in einer Zeit wachsender internationaler Verflechtungen nur nutzen – mal abgesehen von den demografischen Nöten, aufgrund derer Deutschland Zuzug braucht. Wer aber angesichts des Trends wieder vor ���Überfremdung“ warnt, der übersieht: Nicht nur die Zugewanderten verändern Deutschland, auch Deutschland prägt sie. Und das wahrscheinlich stärker.

Heraus kommt in der Tat – eine andere Gesellschaft. Eine, die in ihrer Mehrheit deutlich offener ist für Migration als die politischen Entscheidungsträger in Berlin. Wir alle erleben doch im Alltag vor allem eins: Das Miteinander funktioniert im Großen und Ganzen gut. Von den Zehntausenden Flüchtlinge, die 2015 kamen, hat heute die Hälfte einen Job – ein Erfolg, der ohne die vielen gesellschaftlichen Hilfsinitiativen unmöglich gewesen wäre. Aktuell fordern fast 170 Städte, Flüchtlinge aus überfüllten griechischen Lagern aufnehmen zu dürfen. Weltoffenheit als identitätsstiftendes Merkmal ist also auf dem Vormarsch. Hoffentlich bald auch in der Politik.

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