Kommentar

Ein globaler Skandal

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Der Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen senkt beim Zwei-Grad-Ziel den Druck auf die anderen Einheizer wie China und die EU. Ein Kommentar.

Der Austritt der USA aus dem Weltklima-Abkommen ist vollzogen - just am Tag nach der Präsidentenwahl. Das ist ein Skandal, was sonst. Ausgerechnet das Land, das historisch mit Abstand die meisten Treibhausgase in die Atmosphäre gepustet hat und heute noch globaler Einheizer Nummer zwei ist, stiehlt sich aus der Verantwortung.

Der von Präsident Trump durchgesetzte Austritt, sollte er nicht von einem noch möglichen Nachfolger Biden revidiert werden, erhöht die Gefahr einer Heißzeit auf dem Globus. Es sinkt der Druck auf die anderen Big Player, wie China, die EU, ihre bisher zu lasche Klimapolitik den Paris-Anfordernissen anzupassen. Die Vorgabe lautet, dass die globalen Emissionen in diesem Jahrzehnt global deutlich gesenkt werden müssen, um noch die Chance zur Einhaltung des Zwei-Grad-Erwärmungslimits zu wahren. Ohne die USA funktioniert das nicht, genauso wenig ohne ein drastisches Anschärfen der CO2- Ziele für 2030 durch alle.

Zuletzt kamen mutmachende Signale. Die EU plant einen Green Deal, China peilt erstmals Klimaneutralität an, Japan und Südkorea streben die „Netto-Null“ für 2050 an. Das darf nicht alles wieder entwertet werden. Diese Länder sollten Vorreiterallianzen bilden. Zur Not eben ohne die USA.

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