US-Präsident positiv getestet

Donald Trump hat das „China-Virus“ - Corona erreicht die höchsten Kreise

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Wochenlang verharmlost Donald Trump die Corona-Pandemie. Jetzt ist der US-Präsident selbst infiziert. Das hat Folgen. Ein Kommentar.

Washington - Mitten in der Nacht twitterte Donald Trump die Nachricht, die wie eine Bombe einschlug: Der US-Präsident und seine Frau, First Lady Melania Trump, wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Die Trumps sind damit zwei der mehr als sieben Millionen Menschen in den USA, die sich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert haben.

Donald Trump: Zuerst erwischte es die Beraterin

Angesteckt hatten sich Donald Trump und Melania wohl bei seiner Beraterin Hope Hicks. Die ehemalige Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses und jetzige Beraterin des US-Präsidenten war zuvor ebenfalls positiv auf Corona getestet worden. Trump hatte daraufhin bereits verkündet, er und seine Ehefrau würden sich aus Sicherheitsgründen in Quarantäne begeben. Hicks hatte die Trumps am Dienstag nach Cleveland begleitet, wo der US-Präsident sich für das Fernsehen mit Joe Biden duellierte. Der halbe Trump-Tross war gemeinsam und standesgemäß in der Air Force One geflogen. Das Präsidentenflugzeug könnte nun zur Petrischale für die Verbreitung des Coronavirus auf allerhöchster Ebene werden.

Dass das Virus trotz höchster Sicherheitsmaßnahmen sogar den innersten Kreis des US-Präsidenten und schließlich sogar ihn selbst erreicht hat, ist ein Beleg dafür, wie schwierig der Erreger offenbar unter Kontrolle zu bekommen ist. Und es ist der ultimative Beweis dafür, dass Donald Trump im Unrecht war, als er wochenlang die Gefahren rund um Sars-CoV-2 heruntergespielt hatte. So geschehen zuletzt am Donnerstag, als Trump trotz steigender Infektionszahlen bei einem Dinner im Weißen Haus verkündete: „Das Ende der Pandemie ist in Sicht.“

Hier zur Abwechslung mal mit Maske: Donald Trump hat sich mit dem Coronavirus infiziert.

Donald Trump hat in der Vergangenheit das Coronavirus immer wieder als „China-Virus“ bezeichnet, hat sich dafür gerühmt, dass er dank des Wundermittels Hydroxychloroquin quasi immun gegen eine Infektion sei und die Gefahren ohnehin nicht viel größer als bei einer Grippe seien. Eine Untersuchung hat ergeben, dass Trump persönlich für fast 40 Prozent aller Falschmeldungen in der Corona-Krise verantwortlich ist. Mit den „Fake News“ direkt aus dem Weißen Haus dürfte nun aber erst mal Schluss sein.

Donald Trump hat Corona: US-Präsident verharmloste Virus und machte sich über Masken lustig

Die zahlreichen Aufnahmen des US-Präsidenten ohne Maske wirken jetzt noch fataler als sie das ohnehin schon taten, die Sprüche in Richtung eines Maske tragenden Joe Biden wirken jetzt noch dümmer. Auch Donald Trumps Bemühungen zu einer schnellen Öffnung des Landes werden nun einen Dämpfer erleiden. Ein infizierter Präsident erzeugt nicht das Bild, dass das Virus unter Kontrolle und die Pandemie vorüber ist.

Die Infektion selbst dürfte darüber hinaus Donald Trumps Wahlkampf 2020 empfindlich treffen. Selbst wenn der US-Präsident keinerlei Symptome entwickelt, muss er zunächst in Quarantäne. Auftritte vor frenetischer Anhängerschaft dürften erst mal abgesagt werden. Selbst ob das nächste TV-Duell mit Joe Biden am 15. Oktober stattfindet, ist zum jetzigen Moment fraglich.

Hope Hicks an der Seite von Donald Trump (Archivbild 2018)

Für Donald Trump ist die Corona-Infektion lebensgefährlich

Für Donald Trump selbst ist die Infektion wohl viel mehr als nur ein Ärgernis. Sie ist lebensgefährlich. Trump ist ein 74 Jahre alter Mann. Damit gehört er zur Risikogruppe Nummer eins. Laut dem Center vor Disease Control and Prevention (CDC) der amerikanischen Gesundheitsbehörde sind acht von zehn Covid-Toten in den USA älter als 65 Jahre. Mehr als 200.000 Menschen sind in den USA bereits infolge einer Infektion mit Corona gestorben. Weltweit sind es bereits über eine Million. Da kann man Donald Trump und seiner Frau Melania nur das Beste für die kommenden Tage wünschen - die optimale medizinische Versorgung dürfte ihm, im Gegensatz zu den meisten seiner Landsleute, sicher sein. (Von Daniel Dillmann)

Rubriklistenbild: © JIM WATSON

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