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Digital verdummt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Peter Hanack

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Viertklässler beim Unterricht. Verdummen digitale Medien die Nachwachsenden?
Viertklässler beim Unterricht. Verdummen digitale Medien die Nachwachsenden? © Patrick Pleul/dpa

Kinder in der vierten Klasse verfügen sprachlich über bedenklich begrenzte Möglichkeiten des Ausdrucks. Eine Stellschraube, um das zu ändern, ist das Verhalten der Eltern. Ein Kommentar.

Vielen Kindern fehlen die Worte. Gerade jene, die oft vorm Bildschirm abhängen, bevorzugt Emojis zum Chatten nutzen und lieber daddeln als lesen, verfügen sprachlich über bedenklich begrenzte Möglichkeiten des Ausdrucks – besagt eine aktuelle Studie. Verdummen digitale Medien die Nachwachsenden? Längere Textpassagen mit vielfältigem Wortschatz sind dort ja deutlich seltener im Gebrauch als dahingehuddelte Nachrichten, Sprachfetzen und Teasertexte.

Das aber muss den Wortschatz nicht mindern, wenn der an anderer Stelle gedeihen kann. Schule ist da in der Pflicht, und tatsächlich mögen verpflichtende Vorlaufkurse und Vorgaben zum Grundwortschatz, der in den ersten vier Schuljahren zu vermitteln ist, hilfreich sein. In vielen Bundesländern ist das Standard.

Bedeutsamer aber scheinen Vorbild und Verhalten der Eltern. Früh und viel mit Kindern sprechen, ihnen vorlesen. Das kommt in vielen Familien viel zu kurz. Das fängt schon da an, wo Eltern beim Kinderwagenschieben ins Handy glotzen, statt mit dem Nachwuchs zu reden. Also doch: Digitale Medien verdummen.

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