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Die Ukraine bestärken

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Von: Jan Emendörfer

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Anwohner entzünden Kerzen während einer Zeremonie am Denkmal für die Opfer des Holodomor (ukrainisch für „Tod durch Verhungern“) in Kiew am Samstag.
Anwohner entzünden Kerzen während einer Zeremonie am Denkmal für die Opfer des Holodomor (ukrainisch für „Tod durch Verhungern“) in Kiew am Samstag. © Sergei Chuzavkov/afp

Mit dem durch Stalin verursachte Holodomor sollte das ukrainische Volk brutal unterworfen und für den Kommunismus gefügig gemacht werden. Ihn als Völkermord anzuerkennen wäre ein starkes politisches Signal. Der Kommentar.

Anfang der 1930er Jahre setzte Sowjetdiktator Josef Stalin zum großen Abschluss der Zwangskollektivierung in der ukrainischen Landwirtschaft an. Die Folge war der Holodomor, wie der „Mord durch Hunger“ auf ukrainisch genannt wird. Die Hungersnot traf damals auch andere Teile der Sowjetunion, wie den Nordkaukasus, die Wolgaregion und Kasachstan. Aber nur in der Ukraine zielte sie darauf ab, ein Volk brutal zu unterwerfen und für den Kommunismus gefügig zu machen.

Jetzt, 100 Jahre später, will der deutsche Bundestag am Mittwoch eine Resolution verabschieden, die den Holodomor als Völkermord anerkennt. Deutschland ist damit keineswegs Vorreiter, sondern folgt Ländern wie Ungarn, Polen und den USA, die das schon vor Jahren getan haben.

Die Benennung des Holodomor als Genozid hilft der Ukraine nicht direkt in ihrem heutigen Kampf um Souveränität. Aber sie ist ein starkes politisches Signal, dass begangenes Unrecht irgendwann doch gebrandmarkt wird. Und sie stärkt den Ukrainerinnen und Ukrainern moralisch den Rücken.

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