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Die Hoffnung erlischt

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Von: Johannes Dieterich

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Cyril Ramaphosa
Cyril Ramaphosa. © MICHAEL TEWELDE/AFP

In Südafrika häufen sich die Skandale. In der Auseinandersetzung um Präsident Ramaphosa und seine Machenschaften geht es um die Seele der einst ehrwürdigen Befreiungsbewegung. Der Kommentar.

Für Südafrika hätte es nicht schlimmer kommen können. Ausgerechnet Präsident Cyril Ramaphosa, der seinen Landsleuten die schonungslose Aufarbeitung der räuberischen Herrschaft seines Vorgängers Jacob Zuma versprochen hatte, ist nun selbst in einen Skandal verstrickt.

Der Präsident soll den Diebstahl von Millionen US-Dollar aus seiner privaten Wildtierfarm aktiv vertuscht haben: Geldwäsche, Korruption und Kidnapping wirft ihm Arthur Fraser, der ehemalige Geheimdienstchef, vor.

Die Vorwürfe sind mit Vorsicht zu behandeln. Fraser ist selbst ein hochkorrupter Genosse des Afrikanischen Nationalkongresses: Der Zuma-Freund soll Millionen an Rand veruntreut haben.

In wenigen Tagen wird die Veröffentlichung eines Untersuchungsberichts erwartet, der Fraser hinter Gitter bringen könnte – genau wie unzählige andere Parteigenossen. Bis zum Parteitag des ANC im Dezember geht es um die Seele der einst ehrwürdigen Befreiungsbewegung: Stolpert Ramaphosa über die Wildtier-Affäre, wird auch die letzte Hoffnung am Kap erlöschen.

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