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Die Erde ohne uns?

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Von: Joachim Wille

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Trockenheit allerorten – hier an einem Nebenfluss  des Dowry-Stausees in der Nähe von Oldham (Großbritannien).
Trockenheit allerorten – hier an einem Nebenfluss des Dowry-Stausees in der Nähe von Oldham (Großbritannien). Und das ist erst der Anfang. © Danny Lawson/dpa

Viele wissen längst, wie dramatisch die Lage an der Klimafront ist. Doch weder Deutschland noch die anderen Staaten nutzen das Petersberg-Format zur Vorbereitung des UN-Klimagipfels im Herbst, um entschieden gegenzusteuern. Der Kommentar.

Will die Erde uns loswerden? Harter Tobak. Doch angesichts von sich weltweit mehrenden Hitzewellen, Dürren, Waldbränden und Überflutungen kann einen dieses Gefühl schon beschleichen. UN-Klimakommissar Frans Timmermans ging es jüngst offenbar so. Jedenfalls konfrontierte er die Teilnehmenden des Petersberger Klimadialogs damit.

Viele der Anwesenden, nämlich die Mitglieder der Delegationen aus den Entwicklungsländern, wissen schon länger, wie dramatisch die Lage an der Klimafront ist. Gegen die Krisen, die die globale Erwärmung etwa in Afrika erzeugt, sind unsere Probleme Peanuts. Und da die CO2- Aufladung der Atmosphäre historisch vor allem auf das Konto der Industriestaaten geht, ist klar: Letztere müssen Hilfen für die Anpassung zahlen. 100 Milliarden Dollar jährlich sind dafür seit langem versprochen.

Das Petersberg-Format zur Vorbereitung des UN-Klimagipfels im Herbst hätte genutzt werden müssen, um mit neuen Zusagen endlich in die Nähe der 100 Milliarden zu kommen. Doch selbst Gastgeber Deutschland hielt sich zurück, erneuerte nur die bereits gemachte Ansage der Merkel-Regierung. Wenn selbst der „Vorreiter“ so agiert, muss man sich nicht wundern, wenn die Klimagipfel alljährlich verlaufen, wie sie verlaufen: zäh, überaus zäh.

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