Dicke Luft in Mailand: Mehr als 400.000 Menschen in der Europäischen Union sterben jährlich vorzeitig an den Folgen von Luftverschmutzung.
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Dicke Luft in Mailand: Mehr als 400.000 Menschen in der Europäischen Union sterben jährlich vorzeitig an den Folgen von Luftverschmutzung.

Feinstaub

Dicke Luft tötet Hunderttausende in Europa – das lässt sich ändern

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Herz, Kreislauf, Krebs: Was wir atmen, kann uns krank machen und sogar frühzeitig töten. Wann verstehen die Macher der schmutzigen Industrien, dass es gesunde Alternativen gibt?

Alle reden von Corona. Wir auch. Aber nicht nur. Und das ist gut so. Denn die anderen Faktoren, die unsere Gesundheit bedrohen, haben sich durch die Pandemie ja nicht in Luft aufgelöst.

Und das im Wortsinne. Mehr als 400 000 vorzeitige Todesfälle in der EU gehen laut der Europäischen Umweltagentur auf das Konto etwa von Feinstaub-Partikeln und Stickoxiden, die die Luft verschmutzen und eingeatmet werden. Sie sind Auslöser von Herz- oder Kreislaufkrankheiten und Krebs. Besonders betroffen: die osteuropäischen Länder .

Vor 30 Jahren war die Luft noch viel schlechter, die Todeszahlen lagen mehr als doppelt so hoch. Doch das ist kein Grund zum Ausruhen. Auch die 400 000 sind nicht hinnehmbar. Zumal es in allen Ländern Wege gibt, die Luftbelastung zu minimieren - zum Beispiel durch einen schnellen Kohleausstieg und eine Verkehrswende, die ihren Namen verdient.

Die Industrien, die ihre Profite unter Inkaufnahme von Gesundheitsschäden machen, sperren sich gegen Abwicklung und Umbau. Aus ihrer Sicht ist das verständlich. Doch die Politik darf sich nicht erpressen lassen. Selbst in Corona-Zeiten nicht. Bei allen Hilfen für Unternehmen, die etwa auf Autogipfeln beschlossen werden, müssen Gesundheits- und Klimaschutz mitgedacht werden. Sonst wird es Murks.

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