Razzia beim Deutschen Fußballbund: Alte Kumpaneien fallen dem neuen DFB jetzt auf die Füße.
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Razzia beim Deutschen Fußballbund: Alte Kumpaneien fallen dem neuen DFB jetzt auf die Füße.

Kommentar

DFB im Abseits

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Die DFB-Spitze muss für Fehler ihrer Vorgänger geradestehen – auch beim Vorwurf der Steuerhinterziehung. Der Kommentar.

Alte Kumpaneien fallen dem neuen DFB jetzt auf die Füße. Der aktuelle Spitzenfunktionär, Präsident Fritz Keller, sieht so aus wie ein ehrbarer Kaufmann, der weiß, dass Sponsorendeals nicht mehr auf Segeljachten bei Scampi und Champagner ausgetüftelt werden dürfen. Die gute alte Zeit der gegenseitigen Freundschaftsdienste unter Männern ist passé. Derlei Machenschaften goutieren Finanzbeamte und Steuerprüfer nämlich mittlerweile gar nicht mehr. Deshalb ist es jetzt wieder so unangenehm zugig im hohen Haus am Wald.

Bewiesen ist freilich noch gar nichts. Wenn die Frankfurter Staatsanwaltschaft 200 Beamtinnen und Beamte zu früher Stunde durchs halbe Land schickt, sollte dabei tunlichst mehr herauskommen als Schlagzeilen. Dass testierte Bilanzen von ehemaligen und aktuellen DFB-Funktionären vorsätzlich gefälscht worden sein sollen, um knapp fünf Millionen Euro in der Verbandskasse zu belassen, mutet kühn an.

Und dumm dazu: Warum sollten sich Verbandsleute dieser persönlichen Gefahr aussetzen und dabei noch die Betriebsprüfer täuschen? Die Fahnder sind jetzt am Zug, den Verdacht der schweren Steuerhinterziehung als Anlass für die Razzien zu erhärten. Einfach dürfte das mehr als fünf Jahre danach nicht werden.

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