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Soldatinnen und Soldaten des Corona-Teams der Bundeswehr bei der Ankunft am Militärflughafen Figo Maduro in Portugal. Das Team hat unter anderem Beatmungsgeräte und Infusionsgeräte für schwerkranke Corona-Patienten dabei.
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Soldatinnen und Soldaten des Corona-Teams der Bundeswehr bei der Ankunft am Militärflughafen Figo Maduro in Portugal. Das Team hat unter anderem Beatmungsgeräte und Infusionsgeräte für schwerkranke Corona-Patienten dabei.

Corona in Portugal

Deutschland hilft Portugal: Zu spät solidarisch

  • Tanja Kokoska
    vonTanja Kokoska
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Europa hat Länder wie Portugal mit seiner Austeritätspolitik zu fatalen Einsparungen im Gesundheitswesen gezwungen. Auch deshalb benötigt das Land im Kampf gegen Corona jetzt Hilfe von außen. Ein Kommentar.

Solidarität in der Pandemie – deutsche Soldaten helfen in Portugal“, so titelten die Nachrichtenagenturen am Mittwoch. Die Bundeswehr schickt Personal, Beatmungs- sowie Infusionsgeräte nach Lissabon und betont, Europa müsse jetzt „zusammenstehen“. Das ist richtig, keine Frage. Wir wollen aber nicht vergessen, dass es auch dieses Europa – und allen voran die deutsche Regierung – war, das Länder wie Portugal nach der EU-Finanzkrise 2008 mit seiner Austeritätspolitik zu fatalen Einsparungen auch im Gesundheitswesen gezwungen hat: Staatliche Kliniken wurden privatisiert, Gehälter gekürzt, Personal abgebaut, die Leistungskataloge des staatlichen Gesundheitsdienstes Serviço Nacional de Saúde zusammengestrichen. Die Regierung von Rebelo de Sousa steuert seit 2018 dagegen und erhöht das Gesundheitsbudget sukzessive. Das ist weitsichtig, aber es reicht nicht, weil das Sparen noch immer dominiert.

2012 schon warnte das „Ärzteblatt“ vor den Auswirkungen der EU-Politik: „Am Ende bezahlen die Kranken.“ Die Prophezeiung erweist sich als erschreckend wahr; die Pandemie legt die Folgen schonungslos offen. Wer jetzt von „Solidarität“ redet, sollte dazusagen, warum Gesundheitshilfe für Portugal ausgerechnet aus Deutschland überhaupt nötig ist.

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