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Kommentar

Deutsche Bahn: Erst streiken, dann bewegen

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Die Gewerkschaft der Lokführer streikt wieder. Ihr Chef Claus Weselsky hat ein paar gute Argumente. Aber wäre es nicht auch ein Zeichen der Stärke, gleich anschließend zu verhandeln? Der Kommentar.

Und sie tun es wieder, nur wundern wird es kaum jemanden. Wer etwas anderes erwartet hätte als einen neuen Streik bei der Bahn, wäre naiv gewesen. Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) hat zu viel zu verlieren, als dass sie jetzt hätte nachgeben können – jedenfalls aus ihrer eigenen Sicht.

In vielen Punkten hat GDL-Chef Claus Weselsky, unbeschadet seines rechthaberischen Tonfalls, recht. Die Tariferhöhung, die die Deutsche Bahn bisher angeboten hat, ist wegen der langen Laufzeit in der Gesamtrechnung absolut unzureichend. Warum erkennt eigentlich die Öffentlichkeit nicht an, was in Sachen Pflege so viel Zustimmung erfahren hat: dass Menschen, die in der Pandemie die öffentliche Daseinsvorsorge aufrechterhalten haben, mehr verdienen (müssen) als fast nur freundliche Worte?

In vielen Punkten hat Claus Weselsky recht.

Streik bei der Deutschen Bahn: Wer die Schuld trägt

Sicher geht es neben finanziellen Forderungen auch um die Existenz der kleineren Beschäftigtenvertretung neben der im DGB organisierten Eisenbahner- und Verkehrsgewerkschaft EVG. Aber dass die GDL darum so verbissen kämpft, daran gibt es noch drei andere Schuldige: die Politik, die das Schlamassel mit einem misslungenen „Tarifeinheitsgesetz“ geradezu provoziert hat; den Bahnvorstand, der bisher nicht daran denkt, durch verbesserte Angebote etwas zur Befriedung beizutragen – und die EVG.

Die DGB-Gewerkschaft hat bereits einen Tarifvertrag abgeschlossen, der in finanzieller Hinsicht sogar noch schwächer ist als das aktuelle Angebot der Bahn an die GDL. Dass EVG-Chef Klaus Hommel jetzt droht, um eine Anpassung an einen etwaigen GDL-Vertrag zu kämpfen, heißt im Klartext: Was wir selbst nicht geschafft haben, lassen wir uns jetzt von der GDL, die wir bei jeder Gelegenheit schmähen, erstreiken.

Streik bei der Deutschen Bahn: Weselsky hat die Wut der Bahnkunden gegen sich

Ja, Claus Weselsky hat keine schlechten Argumente. Er hat allerdings die verständliche Wut der Bahnkunden gegen sich, die einen Streik so direkt zu spüren bekommen wie in kaum einer anderen Branche. Vielleicht könnte er nach dem nächsten Streik mehr erreichen, wenn er sich souveräner zeigte als die Bahn und die EVG und der Öffentlichkeit verkündete: Wir haben unsere Kampfkraft bewiesen, jetzt zeigen wir uns als erste Streitpartei flexibel und verhandeln – wenn es sein muss, auch ohne neues Angebot. Wenn das dann am Verhandlungstisch nicht kommt, ist unser nächster Streik noch besser begründet. (Stephan Hebel)

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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