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Des Kanzlers blinder Fleck

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Von: Friederike Meier

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Olaf Scholz hat sich auf dem Katholikentag auch zum Klimaschutz geäußert, doch diskutiert wird vor allem über die Frage, ob seine Kritik an der Störung durch Umweltaktivist:innen als Vergleich mit der Nazizeit zu verstehen war.
Olaf Scholz hat sich auf dem Katholikentag auch zum Klimaschutz geäußert, doch diskutiert wird vor allem über die Frage, ob seine Kritik an der Störung durch Umweltaktivist:innen als Vergleich mit der Nazizeit zu verstehen war. © Michael Kappeler/dpa

Die Debatten zum Klimaschutz zeigen: Scholz hat offenbar noch nicht verstanden, dass er große Teile der jungen Generation mit seiner Haltung nicht mitnimmt. Der Kommentar.

Olaf Scholz hat sich auf dem Katholikentag auch zum Klimaschutz geäußert, doch diskutiert wird vor allem über die Frage, ob seine Kritik an der Störung durch Umweltaktivist:innen als Vergleich mit der Nazizeit zu verstehen war. Diese Diskussion muss geführt werden, denn Nazivergleiche verbieten sich in diesem Zusammenhang.

Doch die Debatte darüber lenkt vom eigentlichen Problem ab: Olaf Scholz offenbart, dass er die Dringlichkeit des Klimaschutzes nicht verstanden hat.

Der Kanzler moniert, dass „die immer gleichen Leute“ mit einer „eingeübten Haltung“ Veranstaltungen „für ihre Zwecke manipulieren“ würden. Die Aktivistin Luisa Neubauer kritisiert zu Recht, dass Olaf Scholz dadurch die Integrität der Menschen infrage stellt, die die Klimakrise ernst nehmen. Mit seiner Formulierung von der „eingeübten Haltung“ spricht er ihnen ihr Urteilsvermögen ab.

Dass es angebracht ist, auf die Warnungen des Weltklimarats zu hören, sollte außer Frage stehen. Der Bundeskanzler selbst hatte zuvor noch eine Politik gefordert, bei der sich alle, auch Arbeiter:innen in der Kohle, mitgenommen fühlen. Dass Scholz große Teile der jungen Generation mit seiner Haltung nicht mitnimmt, hat er offenbar noch nicht verstanden.

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