Explosionen, Rauch und Flammen sind während der Kämpfe zwischen armenischen und aserbaidschanischen Streitkräften in der Nähe von Schuschi
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Explosionen, Rauch und Flammen sind während der Kämpfe zwischen armenischen und aserbaidschanischen Streitkräften in der Nähe von Schuschi.

Kommentar

Der Westen hat in Bergkarabach versagt

  • Stefan Scholl
    vonStefan Scholl
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Seit 1992 bemühen sich die OSZE, die USA, Deutschland, Frankreich und natürlich Russland um eine friedliche Lösung des Konflikts um Bergkarabach. Doch das Drama nimmt seinen Lauf. Der Kommentar.

Die Katastrophe für die armenischen Familien in Bergkarabach ist in vollem Gange. Auf den noch freien Straßen nach Armenien stauen sich Autos; fast die Hälfte der Bevölkerung ist geflohen. Die Menschen haben Angst vor Aserbaidschan – nicht verwunderlich nach den Massakern, die es im ersten Karabach-Krieg bis 1994 auf beiden Seiten gab. Und sie haben traumatische Angst vor den türkischen Verbündeten Aserbaidschans, die im ersten Weltkrieg Hunderttausende Armenier:innen töteten.

Auf jeden Fall mag das, was die aserbaidschanischen Offiziellen Befreiung Karabachs nennen, mehr als Hunderttausend Armenier:innen die Heimat kosten. So wie der armenische Sieg Anfang der 90er Jahre Zehntausende Aserbaidschaner:innen die Heimat kostete. Tausende Menschen werden diesen Krieg noch mit dem Leben bezahlen. Seit 1992 bemühen sich die OSZE, die USA, Deutschland, Frankreich und natürlich Russland um eine friedliche Lösung. Die westlichen Demokratien haben dabei versagt. Und Putins Russland verkaufte Waffen an beide Seiten. Wenigstens mag es diesmal keinen Völkermord geben: Die meisten Leute sind ja schon weg. (Stefan scholl)

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