Alexander Lukaschenko ist starrsinnig.
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Alexander Lukaschenko ist starrsinnig.

Kommentar

Der Honecker von Minsk

  • Markus Decker
    vonMarkus Decker
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Der belarussische Diktator Alexander Lukaschenko ist so starrsinnig wei einst der Staats- und Parteichef der DDR. Wo ist der „Wind des Wandels“, der ihn stoppt? Ein Kommentar.

Keine Frage, vieles, was jetzt in Belarus geschieht, mutet wie ein Déjà-vu aus 1989er Tagen an. Das gilt nicht allein für die friedlichen Proteste. Der Starrsinn von DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker stand dem Starrsinn von Alexander Lukaschenko kaum nach. Auch spielten im ostdeutschen Widerstand Frauen eine Rolle wie im belarussischen heute. Nur die Erfolgsaussichten sind leider andere.

Die friedliche Revolution 1989 war eingebettet in einen „Wind of Change“ zugunsten der Freiheit. 30 Jahre später gibt es einen autoritären Rückschlag, der von Moskau, Warschau und Budapest bis nach Washington reicht. Während die DDR-Führung vor einer chinesischen Lösung zurückschreckte, tritt Lukaschenko weitaus brutaler auf, als Honecker es konnte. Im Hintergrund dient der russische Präsident als Absicherung.

Umso dringlicher sind öffentliche Aufmerksamkeit und Druck des Westens. Schließlich hat der Herrscher in Minsk soeben selbst gesagt, dass er vielleicht schon „etwas zu lange auf dem Posten“ sei. Es ist Zeit, dieser Erkenntnis zum praktischen Durchbruch zu verhelfen.

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