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Die Ungleichheit in Deutschland ist nicht neu. Dennoch hat die Pandemie diese verstärkt.
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Die Ungleichheit in Deutschland ist nicht neu. Dennoch hat die Pandemie diese verstärkt.

Kommentar

Der gewohnte Skandal

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Die Pandemie hat ausgerechnet am unteren Ende der Einkommensskala Jobs gekostet und die Ungleichheit vergrößert. Ein Kommentar.

Wer wird schon schwarz malen wollen, das Leben ist hart genug, sehen wir die Sache also mal positiv: Unter denen, die ordentlich oder gut verdienen, hat Corona praktisch nicht für zusätzliche Arbeitslosigkeit gesorgt. Das Kurzarbeitergeld mag Einbußen zur Folge gehabt haben, aber den Job hat es gerettet. Und noch etwas: Die Zahl der Menschen, die an der Schwelle zur Einkommensarmut schuften, war zuletzt sogar etwas zurückgegangen.

Das alles steht im neuen Datenreport zur Ungleichheit in Deutschland. Wer allerdings Schwarzmalerei vermeiden will, sollte deshalb nicht gleich in Schönfärberei verfallen. Auch wenn es manche nicht mehr hören wollen: Die Pandemie hat am unteren Ende der Einkommensskala, ausgerechnet dort, sehr wohl Jobs gekostet. Sie hat die Bildungs-Ungerechtigkeit verschärft. Und das Armutsrisiko ist immer noch höher als in den 90er Jahren.

Das Ganze ergibt das Bild eines Wirtschafts- und Gesellschaftssystems, das notorisch versagt vor dem Problem übermäßiger Ungleichheit – und damit auch vor der politischen Explosionsgefahr, die in solchen Zuständen steckt. Es macht fast müde, das zu wiederholen. Aber es kann doch auch nicht sein, dass ein Skandal keiner mehr ist, nur weil er schon so lange existiert.

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