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Den Stecker gezogen

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Von: Pitt von Bebenburg

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Bildungs- und Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger zieht sich den Unmut der Forschenden zu.
Bildungs- und Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger zieht sich den Unmut der Forschenden zu. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Forschung braucht ein Mindestmaß an Zuverlässigkeit und Planbarkeit. Sonst gehen die guten Leute weg, und das kann sich Deutschland nicht leisten. Die Ampel-Regierung setzt das aufs Spiel. Der Kommentar.

Wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Blick in den Koalitionsvertrag der Ampel werfen, können sie nur mit Hohn und Spott reagieren. Da stehen hochtrabende Sätze zur Forschungsförderung, etwa: „Wo Fortschritt entsteht, muss er auch gelebt werden.“ Für „prioritäre Handlungsfelder“ würden sogar „vereinfachte und beschleunigte Verfahren der Forschungsförderung“ entwickelt.

Schön wäre es. Die Betroffenen in Hochschulen und Forschungseinrichtungen erleben das glatte Gegenteil. Auf Feldern wie der Klimaforschung oder der Rassismusforschung, die zweifellos zu den aktuell wichtigen Gebieten zählen, ist ihnen von Ministerin Stark-Watzinger erst einmal der Stecker gezogen worden. Immerhin scheint sich aufgrund ihrer Proteste etwas zu bewegen.

Haushaltsnöte sind in diesen Zeiten nachvollziehbar. Da ist es auch möglich, dass Projekte auf den Prüfstand gestellt werden.

Doch es kann nicht angehen, dass eine Verschiebung zwei Tage vor dem geplanten Beginn mitgeteilt wird, wenn schon alle Verträge unter Dach und Fach sind. Forschung braucht ein Mindestmaß an Zuverlässigkeit und Planbarkeit, gerade für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sonst gehen die guten Leute weg. Das kann sich Deutschland nicht leisten.

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