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Den Jesiden verpflichtet

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Von: Pitt von Bebenburg

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Plakate in Lalisch (Irak) erinnern im August diesen Jahres an Opfer des vom IS verübten Völkermords an den Jesiden.
Plakate in Lalisch (Irak) erinnern im August 2022 an Opfer des vom IS verübten Völkermords an den Jesiden. © Ismael Adnan/dpa

Nachdem der Bundestag zu Recht die Verbrechen des IS gegen Jesidinnen und Jesiden als Völkermord eingestuft hat, muss die Regierung Täter und Täterinnen energisch verfolgen. Ein Kommentar.

Neun Jahre nach den brutalen Angriffen islamistischer Terroristen auf die Jesidinnen und Jesiden im Irak hat der Bundestag ein starkes Zeichen ausgesandt. Die Einstufung der Verbrechen als Völkermord stellt aber auch eine Verpflichtung dar.

Außenministerin Baerbock hat keinen Zweifel daran gelassen, dass Deutschland und seine Verbündeten viel energischer gegen das Menschheitsverbrechen hätten vorgehen müssen. Nun ist die Regierung in der Pflicht, wenigstens Täter und Täterinnen energisch zu verfolgen. Dazu bedarf es eines internationalen Schulterschlusses. Das wird nicht leicht, ist aber zwingend notwendig.

Es geht auch darum, die geschlechtsspezifische Gewalt international sichtbar zu ächten. Der „Islamische Staat“ hatte es zum Mittel seines Terrors gemacht, Frauen zu vergewaltigen und Mädchen zu versklaven. Noch immer fehlt von vielen Betroffenen jede Spur. Wenn die Bundesregierung Partnerländer dazu bewegen kann, energisch nach dem Verbleib dieser Opfer zu suchen, wäre mehr erreicht als mit allen bewegenden Worten im Bundestag.

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