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Demonstrationen im Iran und in Russland: Der Mut der Frauen

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Von: Tatjana Coerschulte

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Moskau am 21. September 2022: Polizisten gehen gegen eine Demonstrantin vor, die gegen die Teil-Mobilmachung protestiert.
Moskau am 21. September 2022: Polizisten gehen gegen eine Demonstrantin vor, die gegen die Teil-Mobilmachung protestiert. © Ramil Sitdikov/Imago

Es sind die Frauen, die den Mund aufmachen und Unterdrückung anprangern. Sie gehen ein sehr großes Risiko ein. Umso wichtiger wäre es, dass der Westen deutlicher als bisher zu ihnen spricht und seine Solidarität bekundet. Der Kommentar.

Erst Belarus, jetzt Iran und Russland: Es sind die Frauen, die den Mund aufmachen und Unterdrückung anprangern. In diesen repressiven Staaten für die eigene Meinung auf die Straße zu gehen, bedeutet Gefahr für Leib und Leben. Umso bemerkenswerter ist es, dass es Frauen sind, die jetzt den Mut dazu aufbringen.

Ihre meist zwangsläufig kurzen Protestzüge haben eine eigene Ausstrahlung: Sie bringen Empörung und Entschlossenheit zum Ausdruck – und sie sind offensichtlich gewaltfrei. Damit sind sie eine spezielle Herausforderung. Die Sicherheitskräfte in jenen Ländern gehen zwar auf Befehl gegen jedwede Demo vor. Eine Versammlung von Frauen zusammenzuschlagen, zeugt aber unübersehbar von Brutalität. Man kann Protestierende vielleicht wegschaffen - aber die Bilder dieser Aktionen bleiben.

So unterschiedlich Ziele und Motivation der Iranerinnen und Russinnen sind, sie sprechen genau das aus, was ihre Regimes unterdrücken wollen: im Iran die Forderung nach Freiheit, in Russland die Wahrheit – nämlich, dass ihr eigenes Land den Krieg in der Ukraine begonnen hat.

Diese Frauen gehen ein sehr großes Risiko ein. Umso wichtiger wäre es, dass der Westen deutlicher als bisher zu ihnen spricht und seine Solidarität bekundet.

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