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Das Elend von Melilla

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Von: Martin Dahms

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Diese Migranten haben es geschafft, den Grenzzaun in Melilla zu überqueren.
Diese Männer haben es über den Grenzzaun in Melilla geschafft. © Antonio Ruiz/dpa

In der europäischen Migrationspolitik braucht es eine Hoffnung jenseits von tödlichen Meeresodysseen und tödlichen Zaunsprüngen. Der Kommentar.

Der Satz lautet: „Niemand darf so sterben.“ Geschrieben hat ihn Yolanda Díaz, Arbeitsministerin und einer der helleren Sterne am spanischen Politfirmament, über die Toten von Melilla. Der Satz drückt das ganze Elend und die ganze Ratlosigkeit der europäischen Migrationspolitik aus. Es ist eine Politik der Abschottung. Eine bessere fällt niemandem ein. Auch Díaz nicht.

Geschlossene Grenzen bedeuten Tote. Offene Grenzen würden Chaos bedeuten, wie man annehmen muss. Was bliebe, wäre, die Grenzen durchlässiger zu machen. Die Idee ist nicht neu: Menschen aus den Herkunftsländern der Migration eine geregelte, an Bedingungen geknüpfte Einwanderung ermöglichen. Auch damit würden viele zurückbleiben. Für andere wäre es eine Hoffnung jenseits von tödlichen Meeresodysseen und Zaunsprüngen.

Auf eine Kooperation mit Marokko in Migrationsfragen ist Spanien angewiesen. Marokko hat genügend Gründe, sich mit seinem Nachbarn zu vertragen. Eine Appeasement-Politik in der Westsaharafrage braucht es deswegen nicht. Die richtet stattdessen ganz andere Schäden an.

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