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Das afghanische Desaster geht weiter – was tut die Politik?

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Von: Karin Dalka

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Der Bericht von Amnesty International zur Gewalt gegen Frauen in Afghanistan dokumentiert erneut das Scheitern der westlichen Intervention. Wo bleibt die Aufarbeitung?

Kabul – Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte – spätestens der Bericht von Amnesty International hat ihn geliefert: Die Rückkehr der Taliban an die Macht ist ein Desaster für die ganze afghanische Gesellschaft, aber die Hauptleidtragenden sind Frauen und Mädchen. Schon die Vorgängerregierung und die westlichen Interventionsmächte haben sie nicht ausreichend vor der Gewalt ihrer Männer, Väter und Brüder geschützt. Nun aber sind sogar die wenigen Afghaninnen, die sich in Frauenhäuser retten konnten, ihren Peinigern wieder schutzlos ausgeliefert.

Gesundheit, Bildung, Frauenrechte: Binnen Wochen sind die Strukturen weggebrochen, die der Westen zusammen mit zivilgesellschaftlichen Gruppen aufgebaut hat und auf die er so stolz war. Damit verflüchtigt sich auch der kümmerliche Rest dessen, was sich die Nato als Erfolg auf die Fahnen schreiben wollte.

Lage in Afghanistan
Eine afghanische Frau, die eine Burka trägt, verlässt einen kleinen Laden. Seit Machtübernahme schränken die Taliban die Frauenrechte immer weiter ein. © Petros Giannakouris/dpa

Ampel-Regierung in der Verantwortung: Viele Ortskräfte weiterhin in Gefahr

Deutschland fühlt sich Afghanistan besonders verbunden. Die Verantwortung, die sich daraus ableitet, verlangt, den gescheiterten Afghanistan-Einsatz ehrlich zu bilanzieren – was immer noch aussteht. Ein Erbe der Großen Koalition, die Abschiebungen lange nicht stoppen wollte und bis heute viele Ortskräfte im Stich lässt. Eine neue, feministische Außenpolitik ist versprochen – hier kann sie sich beweisen. (Karin Dalka)

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