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Tod eines trans Mannes in Münster: Kein Einzelfall

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Von: Viktor Funk

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Der Tod eines trans Mannes nach einer homophoben Attacke zeigt, wie sehr die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt noch erhöht werden muss. Der Kommentar.

Münster - Nur vier Tage ist es her, als der Beauftragte der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt einen Aktionsplan vorgelegt hat. Das Ziel ist, Anerkennung und Sicherheit für Menschen zu schaffen, die wegen ihrer frei gewählten Lebensform in verschiedenen Sphären des Alltags diskriminiert werden.

Wie dringend die Umsetzung dieser Ziele ist, zeigte sich am vergangenen Samstag: Während der Christopher-Street-Day-Parade in Münster schlug ein Unbekannter einen 25-jährigen trans Mann nieder, als dieser sich schützend vor andere stellte. Am Freitagmorgen erlag der junge Mann seinen Verletzungen. Der Täter ist untergetaucht.

Diese Regenbogenflagge mit schwarzem und braunem Streifen weht im Jahr 2020 zu Ehren der intersektionellen Diskriminierung gegenüber Schwarzen und Braunen Menschen am Stonewall National Monument, USA.
Diese Regenbogenflagge mit schwarzem und braunem Streifen weht im Jahr 2020 zu Ehren der intersektionellen Diskriminierung gegenüber Schwarzen und Braunen Menschen am Stonewall National Monument, USA. (Symbolbild) © Bryan Smith/dpa

Tod eines trans Mannes in Münster: Hass und Gewalt sind Alltag in Deutschland

Hass und Gewalt gegen Menschen, die die fantasierte Weltordnung der Täter stören, sind Alltag in Deutschland. Sie treffen trans Männer und trans Frauen, Schwule, Lesben, Menschen mit Migrationsgeschichten und Menschen unterschiedlichen Glaubens. Und fast ausschließlich geht diese Gewalt von Männern aus, die hassen, zerstören, töten.

Die toxische Männlichkeit ist selten ein Thema in politischen Diskussionen. Der Totschlag von Münster zeigt aber, wie wichtig das wäre. Denn die Tat ist kein Einzelfall. Sie ist ein weiterer Fall und Folge der strukturellen Probleme, in denen Menschenfeindlichkeit entsteht. (Viktor Funk)

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