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Corona-Neuinfektionen: Das Privatleben wird zum Corona-Treiber

  • Michael Bayer
    vonMichael Bayer
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Die steigende Zahl an Infizierten zeigt, dass vor allem bei privaten Treffen und Feiern sich einiges ändern muss, damit sich nicht noch mehr erkranken. Ein Kommentar.

  • Überall steigt die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus weiter an.
  • Die Statistik zeigt: zu den meisten Neuinfektionen kommt es im privaten Bereich.
  • Sind Einschränkungen im öffentlichen Raum also überflüssig?

Wo infizieren sich denn plötzlich mehr als 11.000 Menschen an einem einzigen Tag in Deutschland mit Corona? Die Statistik erhärtet die Vermutung: Die großen Ausbrüche passieren nicht in den Hotels oder öffentlichen Verkehrsmitteln, nicht in Schulen oder Kindergärten. Sondern in privaten Haushalten und während Treffen in der Freizeit.

Die vergleichsweise wenigen Fälle zeigen gerade, wie gut Hygienekonzepte in Einkaufszonen, Bahnen oder im Unterricht wirken.

Corona-Neuinfektionen: Die Hygienekonzepte funktionieren

Sind die Einschränkungen im öffentlichen Raum also unnötig? Wer ihnen kritisch gegenüber steht, könnte sich von den Zahlen bestätigt sehen. Andersrum lässt sich genauso interpretieren, die vergleichsweise wenigen Fälle zeigen gerade, wie gut Hygienekonzepte in Einkaufszonen, Bahnen oder im Unterricht wirken.

Corona in Deutschland: Regeln im privaten Raum sind schwer durchzusetzen

Eines aber ist nicht Deutungssache: dass sich aktuell das Leben im Privaten zum Corona-Treiber entwickelt. Das ist eine entscheidende Wende. War es schon bisher schwierig, Regeln etwa auf öffentlichen Plätzen mit Druck durchzusetzen, wird das nun hinter verschlossenen Wohnungstüren undenkbar.

Corona in Deutschland: Die tagesaktuellen Fallzahlen

Im Privaten helfen Vorschriften kaum; die Menschen müssen überzeugt sein. Das ist eine Aufgabe für die politische Debatte genauso wie für jede oder jeden von uns. Das nächste Treffen im Freundeskreis – vielleicht macht es ja als Spaziergang genauso viel Spaß wie als gemeinsames Essen in der Wohnung.

Rubriklistenbild: © Martin Schutt/dpa

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