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Leere statt Lehre: Warum der Plan für Schulen in der Corona-Pandemie nicht funktionieren wird

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Von: Peter Hanack

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Sehnsucht nach der Schule – wer hätte das vor der Corona-Generation gedacht?
Sehnsucht nach der Schule – wer hätte das vor der Corona-Generation gedacht? © iStock

Inkonsequent und intransparent: Das Chaos an den deutschen Schulen in der Corona-Pandemie geht weiter. Ein Kommentar von Peter Hanack.

Das Dilemma ist da. Es kam mit Ansage. Hatte sich die bundesdeutsche Bildungspolitik im Dezember noch in die Weihnachtsferien retten können, ist sie nach dem Jahreswechsel gerade mal so klug als wie zuvor.

Und nun? Verlängerte Ferien, Präsenzunterricht für Grundschuljahrgänge, für alle anderen ein Wechselmodell aus Anwesenheit im Klassenraum und Homeschooling. Wochen- oder tageweise, vielleicht mit Ausnahme der Abschlussklassen, die für ihre anstehenden Prüfungen fit gemacht werden müssen.

Die Kultusministerkonferenz hat am Montag (04.01.2021) Antworten auf die Zumutung der Seuche gefunden. Wobei die Betonung da auf dem Plural liegt. Die Pluralität des Bildungswesens, befördert durch den Föderalismus der 16 Länder, muss viele Antworten geben. Und keine kann wirklich gut sein.

Geschlossene Schulen in der Corona-Pandemie: Schüler:innen und Eltern sind die Leidtragenden

Denn nichts wird wirklich gut funktionieren. Weder der von Ängsten begleitete Präsenzunterricht mit seiner Maskenpflicht und dem winterlichen Dauerlüften von Klassenräumen – da es selbst an Lüftern fehlt – noch der Fernunterricht via Tablet und Videoschalte. Weder existiert dazu flächendeckend die nötige Infrastruktur aus schnellem Internet und Endgeräten, noch besitzen Lehrkräfte und Lernende in ihrer überwiegenden Zahl die dafür unentbehrlichen Kompetenzen. Dabei zeigen die Beispiele einzelner Schulen, dass beides nicht in unerreichbarer Ferne liegt.

Leidtragende sind die Schülerinnen und Schüler, die nicht die Bildung bekommen, die ihnen zusteht und die sie benötigen werden, um in den nächsten Jahrzehnten die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Pandemie zu bewältigen. Ein Absenken der Prüfungsanforderungen und ein Anheben des Notenschnitts können da nur scheinbar kompensatorisch wirken.

Vor Corona: Schulen wurden nicht auf Umgang mit digitalen Medien vorbereitet

Leidtragende sind auch die Eltern, die mal wieder ranmüssen als Nachhilfelehrkräfte und Ganztagsbetreuer:innen – und sich oft nicht anders zu helfen wissen, als den Nachwuchs zu Opa und Oma zu schicken oder reihum im Wechsel mit befreundeten Familien zu betreuen. Beides ist kaum infektionshemmend.

Viel zu lange, nicht nur in den letzten Monaten, sondern über Jahre hinweg, wurde versäumt, die Schulen und die dort Tätigen auf den (kritischen) Umgang mit digitalen Medien vorzubereiten. Nicht um sie alle zu Computer-Nerds zu machen, sondern mit dem Ziel, Digitalität als eine Kulturtechnik zu begreifen, die ihren Platz im Bildungswesen hat – nicht als Ersatz, doch als Erweiterung dessen, was Schule bislang vermittelt und wie sie es tut.

Der Nachholbedarf ist groß, die Entschlossenheit, ihn zu decken, sollte ebenso groß sein. Denn wer sagt uns, dass dieser Lockdown der letzte sein wird und Sars-CoV-2 das letzte Virus, das die Welt aus den Angeln hebt? (Peter Hanack)

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