Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Eine Helferin testet Insassen eines Autos mit einem kostenlosen Schnelltest auf das Coronavirus.
+
Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle in Deutschland müssen sich Ungeimpfte auf ein Ende der kostenlosen Schnelltests einstellen.

Kommentar

Ende der kostenlosen Corona-Tests für Ungeimpfte: Ein völlig falsches Signal

  • Thomas Kaspar
    VonThomas Kaspar
    schließen

Tests für Ungeimpfte werden kostenpflichtig. Mit dieser Entscheidung gewinnt der Kampf gegen Corona wenig, doch das gesellschaftliche Klima verliert viel.

Seit Monaten wird eine rhetorische Trennung zwischen Geimpften und Ungeimpften aufgebaut. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zündelt mit seinem Plan „Von 3G zu 2G“, also der Idee nur noch Geimpfte und Genesene, nicht aber Getestete im öffentlichen Raum zuzulassen. Was als Druck hin zur Impfung gedacht sein mag, endet als polarisierte Gesellschaft.

Die Corona-Strategie verstärkt auch die Trennung zwischen Arm und Reich. Nur einige skeptische Geringverdienende werden sich durch den Druck zum Piks bewegen lassen. Wer sich Tests nicht leisten kann, bezahlt seine Angst – egal wie nachvollziehbar diese sein mag – mit dem Ausschluss vom gesellschaftlichen Leben .

Corona-Tests werden kostenpflichtig: Druck zur Impfung führt zur Spaltung

Ein Blick nach England und in die USA zeigt: Herdenimmunität scheint in Demokratien – sei es mit Bratwurst oder Testkosten – vielleicht unerreichbar zu sein. Nicht gerade förderlich für die Akzeptanz ist, dass laut RKI auch Geimpfte das Virus übertragen können. Bei den ältesten Menschen ist zudem belegt, dass sie trotz Immunisierung weiterhin ein Sterberisiko behalten. Gerade wer Corona-Impfschutz hat, scheint zu unterschätzen, dass er sich und andere immer noch gefährden kann und Unvorsichtigkeit nicht angebracht ist.

Wäre jetzt also nicht der richtige Zeitpunkt, die bisherige Strategie zu überdenken? Test kostenpflichtig zu machen ist das völlig falsche Signal. Wir brauchen weiter Tests – gerade auch bei Geimpften. Gerade vulnerable Gruppen müssen konsequent mit Tests, Einhaltung der AHA-Regeln und Auffrischungsimpfungen geschützt werden.

Was aber viel wichtiger ist: Druck der zur Spaltung führt, ist der falsche Weg. Gesundheit mit ungesunden Mitteln herbeizuführen, ist nicht nur paradox, es ist auch kontraproduktiv. Die gegensätzlichen Meinungen müssen an einem runden Tisch nach akzeptablen Lösungen suchen. Corona lässt sich nur solidarisch besiegen. (Thomas Kaspar)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare