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Corona-Impfungen: Bloß kein Zugzwang

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Von: Pamela Dörhöfer

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Premier Boris Johnson braucht Erfolge. Die Impfungen kommen ihm da gerade recht.
Premier Boris Johnson braucht Erfolge. Die Impfungen kommen ihm da gerade recht. © Stefan Rousseau/dpa

Niemand sollte Massenimpfungen gegen Corona weniger sorgfältig vorbereiten, nur weil Großbritannien einen Impfstoff zugelassen und damit in diesem Wettbewerb die Nase vorn hat. Der Kommentar.

Großbritannien hat als erstes Land in Europa und noch vor den USA einen Corona-Impfstoff zugelassen. Nach dem Wettbewerb der Entwickler ist das Rennen um den Beginn der Massenimpfungen eröffnet, könnte man zugespitzt formulieren. So extrem dürfte es nicht sein, gleichwohl schleicht sich der Eindruck ein, dass das Ganze bei rasantem Tempo eine hohe Eigendynamik bekommen hat – und dass sich auch jene unter Zugzwang gesetzt fühlen könnten, die noch nicht so weit sind. Sei es aufseiten der Institute und Firmen, die an einem Impfstoff arbeiten, oder aufseiten der Verantwortlichen in Politik und Behörden. Gut wäre das nicht.

Corona-Impfungen: Noch ist vieles ungeklärt

Schnelligkeit geht nicht automatisch auf Kosten der Sorgfalt, dass letztere gewährleistet ist, wird fast gebetsmühlenartig wiederholt. Und doch: Kurz bevor es losgeht, ist vieles ungeklärt. Woher kommt im unterbesetzten öffentlichen Gesundheitswesen quasi aus dem Stand das Personal, das in Hallen Tausende am Tag impfen soll? Ist es richtig, zu einem Zeitpunkt, da nur eine von mehreren zu erwartenden Impftechnologien zur Verfügung steht, mit älteren Menschen zu beginnen? Vielleicht ist ein anderer Impfstoff für sie besser geeignet? Man weiß es schlicht nicht. Und was ist eigentlich mit der gerechten Verteilung der Impfstoffe, auch an arme Länder?

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