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Wer darf wo noch beherbergt werden? Ein Wirrwarr an Vorschriften.

Kommentar

Beherbergungsverbote wegen Corona: Purer Aktionismus - kaum Effekte

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Mit den „Beherbergungsverboten“ kommt die Corona-Politik der Grenze zum Absurden immer näher. Der Akzeptanz in der Bevölkerung dient das sicher nicht. Der Kommentar.

  • In der Corona-Krise steigt die Zahl der Infektionen weiter an.
  • Die Politik versucht verzweifelt gegenzulenken.
  • Doch machnchmal schießt sie über das Ziel hinaus.

Berlin, Frankfurt, München, Köln, Bremen ... – es schwirrt manch einem der Kopf, so viele Städte haben die Marke von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner bereits überschritten. Gleiche Warnstufe heißt indes nicht überall gleiche Konsequenzen. Wer blickt da noch durch, wo in Deutschland welche Sperrstunde ab wann gilt, wie viele Menschen aus wie vielen Haushalten sich wo, wann und warum treffen dürfen?

Corona-Krise in Deutschland: Was geht noch wo? Das „Beherbergungsverbot“ krönt das Chaos

Geradezu als Vollendung der Sache krönt das Beherbergungsverbot wegen Corona dieses Wirrwarr. Im Hotel darf ohne negativen Test nicht übernachten, wer aus einem deutschen Risikogebiet kommt, ein Restaurantbesuch hingegen wäre für dieselbe Person möglich. Und darf eine Einwohnerin oder ein Einwohner des Hotspots Offenbach eigentlich in einem anderen Hotspot, zum Beispiel München, absteigen? Die Grenze zum Absurden ist fließend.

„Beherbergungsverbot“: Das Chaos bringt auch in Zeiten von Corona mehr Schaden als Nutzen

Es hat den Anschein, als wäre das Beherbergungsverbot vor allem aus dem Reflex der Politik geboren, angesichts einer zugespitzten Lage irgend „etwas tun“ zu müssen. Doch nach bisherigen Erkenntnissen ist der innerdeutsche Reiseverkehr kein Treiber der Corona-Pandemie, das sind eher die – kaum zu kontrollierenden – privaten Partys.

Deshalb sollte das Beherbergungsverbot zumindest in seiner jetzigen Form gekippt werden. Sonst könnte es, mit Blick auf das Hotelgewerbe und den Rückhalt in der Bevölkerung, mehr schaden als nützen.

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