1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kommentare

Christliche Seefahrt

Erstellt:

Von: Stephan Hebel

Kommentare

Kay-Achim Schönbach.
Kay-Achim Schönbach. (Archiv) © Bernd Wüstneck/dpa

„Respekt“ für Putin kann keine Kategorie sein für eine rationale Friedenspolitik, „radikaler“ Katholizismus schon gar nicht. Der Kommentar.

Interessant, wer sich an führender Stelle im deutschen Militär tummelt beziehungsweise getummelt hat: Kay-Achim Schönbach, zuletzt Chef der Marine, redet nicht nur von „Respekt“ für Wladimir Putin, sondern benutzt auch noch seinen katholischen Glauben, um für ein Anti-China-Bündnis mit dem „christlichen Russland“ zu werben.

Schönbach musste gehen, aber der Schaden bleibt: Er hat auch ernstzunehmenden Bemühungen, trotz allem noch zu einer Politik des Ausgleichs mit Russland zu finden, einen üblen Bärendienst erwiesen. Kein Wunder, dass der Botschafter der Ukraine sofort jeden Differenzierungsversuch deutscher Politik im Umgang mit Moskau mit Schönbachs unsinnigem Beitrag in einen Topf geworfen hat.

„Respekt“ für Putin kann keine Kategorie sein für eine rationale Friedenspolitik, „radikaler“ Katholizismus schon gar nicht. Interessenausgleich wäre gefragt. Das Schlimme an einem Vorfall wie diesem ist, dass er es der wachsenden Hardliner-Front so leicht macht, den Wunsch nach Entspannung als unrealistische Fantasie zu diffamieren.

Auch interessant

Kommentare