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Digitaler CDU Bundesparteitag
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Böse Stimmen sagen zwar, dass Merz etwas gegen die Parteikollegen in der Hand haben müsse, weil sich sein stetes Wiederaufploppen in der politisch ersten Reihe anders nicht erklären lasse.

Kolumne

CDU im Wahlkampf: Armin Laschets Coup mit Friedrich Merz

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
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Inhalte? Überbewertet. Deshalb passen Merz und Maaßen so gut ins CDU-Wahlkampfteam. Die Kolumne.

Frankfurt - Der Kanzlerkandidat der Herzen ist Armin Laschet nicht. Markus Söder wurde dieser bescheidene Titel von CSU-Generalsekretär Blume ans Revers geheftet, nicht ohne die Volksbeliebtheit des Franken abermals zu unterstreichen. Ob Herzens-Söder es wirklich ins Kanzleramt geschafft hätte, sei dahingestellt. Könnte auch sein, dass die Erinnerung an den Politiker zurückgekehrt wäre, der die Welt mit Kruzifixen tapeziert sehen wollte.

Aber bleiben wir bei Laschet, dem Mann von trauriger Gestalt, der es schließlich „nur“ zum „Kanzlerkandidat der Union“ (Blume) gebracht hat. Arg zerknautscht war der „knubbelige“ (Titanic) Laschet aus dem Franken-Westfalen-Duell hervorgegangen, stetig neue Umfragedesaster dürften ihn immer näher zur Hölle gebeamt haben. Doch mit Friedrich Merz als Teil seines Wahlkampfteams für die Bundestagwahl 2021 hat Laschet einen Coup gelandet, zumindest perspektivisch.

Friedrich Merz greift Armin Laschet im Wahlkampf der CDU unter die Arme

Immerhin verkörpert Merz den Traum all jener, die im Kapitalfluss nur eine Richtung kennen – und die sitzen, wenn nicht in der FDP, dann bekanntlich an den Hebeln der Macht. Böse Stimmen sagen zwar, dass Merz etwas gegen die Parteikollegen in der Hand haben müsse, weil sich sein stetes Wiederaufploppen in der politisch ersten Reihe anders nicht erklären lasse. Genauer betrachtet ist er aber genau das, was Laschet jetzt braucht.

Der braucht nämlich den Zuspruch all jener, die zum einen Angela Merkel in der links-versifften Ecke verorten, das aber nicht laut sagen dürfen. Und die zum anderen fieberhaft nach einer fleischgewordenen Antithese zu Annalena Baerbock suchen, Armin Laschet in dieser Rolle jedoch für fehlbesetzt halten.

Friedrich Merz passt im CDU-Wahlkampf perfekt zu Armin Laschet

Natürlich trägt Friedrich Merz aufgrund seines monetären Abstands zum Volk eine kleine Bürde, dennoch hat er in der Vergangenheit bewiesen, den populistischen Ansprüchen der Zurück-in-die-Fünfziger-Fraktion mehr als Genüge zu tun. Da müssen wir gar nicht dahin zurückblicken, als Merz gegen die Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe stimmte oder Homosexualität in einem Halbsatz mit Pädophilie verknüpfte: Aktuell kämpft er den Kampf der deutsch-reaktionären Sprachpolizei und will Gender-Sprache verbieten. „Grüne und Grüninnen? Frauomann statt Mannomann?“ heißt es auf Twitter, wo das Merz-Team den erkennbaren Unfug als „Gender“ in ihre Blase mogelt.

„Wer gibt Nachrichtenmoderatorinnen und -moderatoren das Recht, in ihren Sendungen einfach mal so eben die Regeln zur Verwendung unserer Sprache zu verändern?“, formulierte Merz ganz AfD-like. Aber genau darauf kommt es in der Union aktuell an.

CDU-Mann Hans-Georg Maaßen grenzt sich nach seiner Kür zum Thüringer Direktkandidat für den Bundestag von der AfD ab.

Laschet, Merz und Maaßen: 1A-Protagonisten für den Wahlkampf der CDU

Für Hans-Georg Maaßen ist das die kleinste Übung, noch so ein ‚Kai aus der Kiste‘ in Sachen Personalien. Der war zwar nicht einmal mehr für den Verfassungsschutz – wohl aufgrund seiner Nähe zur AfD – tragbar, will aber auf CDU-Fahrschein in den Bundestag. Im Südthüringischen haben sie keine Berührungsängste mit einem Politiker, der das Öffentlich-Rechtliche als „Propaganda“ behauptet, aber mit einem Reporter der als extrem rechts eingestuften Alternativmedien Journalistenwatch und Compact den entspannten Plausch kann.

Mario Voigt, Chef der Thüringer Landtagsfraktion, sieht Maaßen als Teil eines „Pluralismus“, in dem das demokratische Spektrum „rechts von der Union“ ende. Rechts von der Union ist extrem rechts, und da wabert die AfD – inklusive Maaßen, auch wenn er das blau-braune Parteibuch bislang ablehnt. Inhalte sind offenbar überbewertet, und das macht aus Laschet, Merz und Maaßen 1A-Protagonisten für den Wahlkampf der CDU. (Katja Thorwarth)

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