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Cannabis legalisieren

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Von: Stefan Simon

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Medizinisches Marihuana wird angebaut.
Medizinisches Marihuana wird angebaut. © William Archie/dpa

Nur durch die Legalisierung von Drogen haben Prävention, Verbraucherschutz und Geldflusskontrolle überhaupt eine Chance. Der Kommentar.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), will den Besitz von bis zu sechs Gramm Cannabis nur noch als Ordnungswidrigkeit und nicht als Straftat werten. Sie glaubt, damit eine gewisse Signalwirkung und Einfluss auf das Konsumverhalten von Jugendlichen zu erzeugen. Doch auf dem Schwarzmarkt gibt es keinen Jugendschutz. Ludwig zeigt mit ihrem Vorgehen eindrucksvoll, wie ideologisch behaftet die Union bei dem Thema noch immer ist.

Alle Expertinnen und Experten machen seit Jahrzehnten klar, dass Verbot und Kriminalisierung von Cannabis unsinnig und kontraproduktiv ist. Es ist doch klar, dass nur durch die Legalisierung Prävention, Verbraucherschutz und Geldflusskontrolle überhaupt eine Chance haben. Dazu drängen vermehrt gefährliche Mischungen auf den Schwarzmarkt, etwa mit synthetischen Cannabinoiden versetztes Cannabis.

Doch immer wieder scheitert der Fortschritt hin zu einer Legalisierung am Widerstand von CDU und CSU, die sich krampfhaft an ihre ideologischen und nicht auf Fakten bezogenen Positionen festkrallen. SPD, Grüne, FDP und Linke fordern in ihren Wahlprogrammen die Legalisierung von Cannabis. Es wird allmählich Zeit, dass die Union beim Thema Cannabis in der Realität ankommt.

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